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Kurioser Versicherungsbetrug mit Boot

Warum ein Dortmunder sein eigenes Boot gestohlen hat

Dortmund Um an Geld zu kommen, gibt es ja einige verrückte Wege. Ein 48-jähriger Dortmunder hat den des Versicherungsbetrugs gewählt. Er hat sein eigenes Boot gestohlen. Nach Monaten ist ihm die Polizei nun auf die Schliche gekommen – und es drohen Konsequenzen.

Warum ein Dortmunder sein eigenes Boot gestohlen hat

Das Boot des Dortmunders war auf einem Anhänger geparkt (Symbolbild). Foto: DPA

Die Dortmunder Polizei hat zusammen mit einem Versicherungsermittler am Donnerstag (1. März) einen als Bootsdiebstahl gemeldeten Fall als versuchten Versicherungsbetrugs enttarnt.

Bereits im November vergangenen Jahres hatte ein Dortmunder sein Boot mitsamt Trailer bei der Polizei als gestohlen gemeldet. Den Wert des vermeintlichen Diebesguts gab er mit rund 40.000 Euro an. Im Rahmen der Ermittlungen tauchte dann ein Video auf, das auf den 48-Jährigen nicht als Opfer, sondern als Tatverdächtigen schließen ließ.

Die Schlinge zieht sich enger

Auf dem Video ist zu sehen, wie der Mann den Anhänger mit dem Boot selbst vom Tatort wegzieht. Diese neuen Einsichten widersprachen vorherigen Aussagen des Mannes, sein Boot länger nicht bewegt zu haben.

Als sich die Schlinge der Ermittler sich langsam enger zog, tauchte das Boot plötzlich wieder auf. Unmittelbar davor hatte die Versicherung dem Mann signalisiert, den vermeintlichen Schaden nicht bezahlen zu wollen.

Eine Polizeistreife fand das Boot dann am 13. Februar auf der B63, an der Anschlussstelle A445 in Wickede, abgestellt auf dem Seitenstreifen. Die Individualnummern an Motor, Trailer und Boot waren allesamt entfernt worden. Teilweise waren Schläuche und Kabel zum Motor gekappt. In etwa so, als wenn jemand es gestohlen hätte und unkenntlich machen wollte.

Unterstützung von Experten für Bootskriminalität

Mit Hilfe des Kompetenzzentrums Bootskriminalität in Koblenz konnte das manipulierte Boot schließlich dem vermeintlichen Diebstahl in Dortmund zugeordnet werden.

In dieser Woche fand die Vernehmung des Dortmunders statt. Trotz erdrückender Beweislage versuchte er die Geschichte des Diebstahls durch einen Unbekannten weiter aufrecht zu erhalten. Weil das wenig glaubhaft war, ging seine Geschichte dann allerdings langsam unter. Letztendlich gestand er.

Konsequenzen von allen Seiten

Jetzt ermittelt die Polizei gegen den 48-Jährigen wegen versuchten Versicherungsbetrugs und Vortäuschens einer Straftat. Auf seinem Schaden, vermutlich mehrere Tausend Euro, bleibt der Mann auch sitzen – und auch von der Versicherung droht Ärger.

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