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Stadt Dortmund will Steinwüsten in Vorgärten eindämmen

Info-Kampagne zur Dachbegrünungs-Pflicht

Die Stadt Dortmund sagt Steinwüsten in Vorgärten den Kampf an: In Bebauungsplänen für neue Wohngebiete soll die Gartengestaltung mit Schotter, Split oder Kies ausgeschlossen werden. Umgekehrt wird Dachbegrünung in vielen Bereich der Stadt zur Pflicht. Davon sollen auch die Bauherren profitieren.

Dortmund

von Oliver Volmerich

, 05.06.2018
Stadt Dortmund will Steinwüsten in Vorgärten eindämmen

Gemeinsam mit Vertretern von Planungsamt, Umweltamt und dem Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Dachbegrünung wirbt Umweltdezernent Ludger Wilde (l.) für Dachbegrünung. © Oliver Volmerich

Als Unsitte und kontraproduktiv bezeichnet Dortmunds Planungs- und Umweltdezernent Ludger Wilde den Trend zum mit Steinen gestalteten Vorgarten. In neuen Bebauungsplänen will die Stadt den Steinwüsten einen Riegel vorschieben. Die ersten Bebaungspläne, die vom Steingarten-Verbot betroffen sind, betreffen die Baugebiete Pleckenbrink in Wickede und Luisenglück in Hombruch.

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Zugleich hat die Stadt am Dienstag eine Informations-Kampagne für ihr Dachbegrünungsprogramm gestartet. Das dürfte vor allem Bauherren in Neubaugebieten interessieren. Denn in bestimmten Bereichen ist die Begrünung von Flachdächern nun Pflicht.

Kampf gegen „Hitzeinseln“

Im November vergangenen Jahres hatte der Rat die Verpflichtung zur Begrünung von Flachdächern und flach geneigten Dächern beschlossen, um das Stadtklima zu verbessern. Sie gilt für neue Bebauungspläne, aber auch bei Neu- und Umbauten von Gebäuden mit Flachdach, wenn sie im Bereich sogenannter „Hitzeinseln“ liegen.

Das sind in der Regel dicht bebaute Stadtquartiere, in der sich die Hitze im Sommer staut und die deshalb eine Klima-Auffrischung dringend brauchen. Betroffen sind etwa die Innenstadt, aber auch größere Stadtteilzentren.

Eine genaue Übersicht dazu ist auf der Basis einer Klimaanalyse des Regionalverbands Ruhr (RVR) noch nicht Arbeit und soll dann Grundlage für einen weiteren Ratsbeschluss sein. In 21 neuen Bebauungsplan ist die Verpflichtung vorgesehen oder schon festgesetzt, berichtete Wilde.

Dachbegrünung soll sich langfristig rechnen

Zum vom Rat erteilten Auftrag gehört aber auch, über die Vorteile von grünen Dächern zu informieren. Diese Aufgabe übernimmt nun das Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz in der Berswordthalle. Es informiert mit einem Faltblatt über die Möglichkeiten von Dachbegrünungen und bietet persönliche Beratung an.

„Eine Dachbegrünung bietet auch für Bauherren viele Vorteile. Sie sieht nicht nur schön aus. Sie hält auch länger als ein durchschnittliches Flachdach, dämmt effektiver und spart Regenwassergebühren“, erklärt Energieberater Joachim Müller.

Tipps zu Fördermöglichkeiten im DLZL

Schon eine extensive Begrünung halbiere die Abwassergebühren, bei einer intensiven Begrünung kann sie sich fast ganz sparen. Damit rechnet sich eine Dachbegrünung langfristig sogar für den Bauherren, erklärt Stadtplaner Ralf Poppensieker. Eine Modellrechnung der Stadt geht von Kosten ab 30 Euro pro Quadratmeter bei einer extensiven Dachbegrünung aus.

Bei individuellen Berechnungen helfen die Experten im Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz (DLZE) gern weiter. Und sie geben auch Tipps zu Fördermöglichkeiten für grüne Dächer, auch wenn die noch nicht allzu üppig ausfallen. Finanzielle Unterstützung für Bauherren könnte es über ein Programm der Emschergenossenschaft geben.

In Stadterneuerungsgebieten wie dem Union-Viertel, der Nordstadt oder Hörde fließen auch Fördermittel aus dem Hof- und Fassadenprogramm.

Das Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz (DLZE) ist in der Berswordthalle am Stadthaus nahe dem Eingang am Friedensplatz zu finden. Hier ist auch das Faltblatt zum Thema Dachbegrünung erhältlich. Die Öffnungszeiten des DLZE: dienstags von 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr, mittwochs von 9 bis 12 und 14 bis 16 Uhr, donnerstags von 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung.