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Weltkulturerbe des Herzens

Mehr als 1200 Besucher des Paul-Gerhardt-Tages tanzten, rappten, sangen, spielten und interpretierten am Samstag rund um die Reinoldikirche Kirchenlieder des vor 400 Jahren geborenen Dichters, dessen Texte zu den meist gesungenen Kirchenliedern gehören.

"Paul Gerhardt ist so etwas wie ein Weltkulturerbe des Herzens", würdigte Dr. Petra Bahr, Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, die Bedeutung des Dichters zahlreicher Kirchenlieder. "Mit allen Sinnen wollen wir ihn volksnah westfälisch feiern", stellte Pfarrerin Gudrun Mawick das Konzept des Gedenktages mit Workshops, Vorträgen und Mitmach-Aktionen vor, das mehr als 1200 Besucher schon zur Eröffnungs-Revue in die Reinoldikirche strömen ließ.

Lieder wie "Geh aus, mein Herz und suche Freud", "Du meine Seele, singe" und "Befiehl du deine Wege" gehören zwar heute nicht mehr zum Pflichtprogramm des Konfirmandenunterrichts. Dass die Lieder aber immer noch gern gesungen werden und im aktuellen Kontext wie Klimawandel interpretiert werden können sowie mit modernen Musikrichtungen vereinbar sind, machte das bunte Programm deutlich. 850 Teilnehmer überwiegend aus Westfalen rockten, tanzten, spielten und interpretierten die Texte Paul Gerhardts in zahlreichen Workshops. Tausende Passanten flanierten um die Reinoldikirche, die als klingende Kirche vier Stunden lang zum offenen Singen und Konzerten einlud.

"Eine gute Mischung", lobte Ulrike Proksch aus Bestwig das vielseitige Programm. Vor allem die gerappte Version von "Ich bin ein Gast auf Erden", bei dem fast alle Kirchenbesucher mitgewippt hätten, habe gezeigt, wie zeitlos und generationenübergreifend die Lieder des streitbaren Dichters seien.

Warum dieser Zeitensprung möglich sei und die Lieder heute noch in vielen Situationen des Lebens Trost spenden könnten, erklärte Bahr mit der Echtheit und Glaubwürdigkeit Paul Gerhardts: "Er war kein weltferner, braver Kerl, sondern er hat seine Spiritualität zwischen Pest und Kindertod mitten im Leben während des Krieges entwickelt." het

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