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Wenn die Leber verfettet

"Gut behandelte Patienten müssen nicht an ihrer Lebererkrankung sterben." Dr. Elmar Zehnter motivierte an Hepatitis und anderen Lebererkrankungen leidende Patienten, sich möglichst frühzeitig therapieren zu lassen.

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Der Gastroenterologe hat am Samstag gemeinsam mit der Hepatitis Hilfe NRW und der Selbsthilfegruppe Dortmund den 9. Dortmunder Lebertag in der Handwerkskammer organisiert, an dem sich etwa 80 Interessierte über Lebererkrankungen und Heilungschancen informierten und ihre Leberwerte messen ließen.

"Chronische Hepatitis C können wir heilen. Daran erkrankte Patienten haben eine Chance von bis zu 95 %, geheilt zu werden", machte der Mediziner Mut. Die Erfolgsaussichten für Hepatitis B seien dagegen deutlich geringer, weil sie noch nicht heilbar sei. Bei Hepatitis B können Ärzte deshalb lediglich versuchen, die Krankheitsaktivität zu dämpfen.

Als positive Entwicklung im Bereich der Hepatitis-Behandlung nannte Zehnter, dass die Einnahme von Interferon, das vielen Patienten Beschwerden bereitet wie Depressionen, Aggression, Schlafstörungen und Hauterscheinungen, bei niedriger Anfangsviruslast und schnellem Ansprechen auf das Medikament deutlich verkürzt werden kann. Außerdem seien die Nebenwirkungen fast alle mit Medikamenten in den Griff zu bekommen.

Selbsthilfe

Auf die Errungenschaften der Hepatitis-Selbsthilfe, die vor 10 Jahren in Dortmund gegründet wurde, blickte Vorsitzender Uwe Swane zurück. "Vor 10 Jahren haben Patienten mit Lebererkrankungen sich noch anhören müssen, dass sie nicht so viel Alkohol trinken sollen", erinnerte er an Vorurteile, denen Patienten dank der Aufklärungsarbeit von Hepatitis Hilfe und Deutscher Leberhilfe inzwischen nur noch selten ausgesetzt sind.

Mit dem Vorurteil, dass auch eine Fettleber grundsätzlich das Ergebnis von zu viel Alkohol ist, räumte Professor Michael Heike vom Klinikum Dortmund auf. Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfette sowie künstliche Ernährung, Medikamente wie Kortison oder eine Chemotherapie, und zu raschen Gewichtsverlust nannte er als mögliche Ursachen für eine nicht-alkoholische Fettleber, an der etwa ein Viertel der Allgemeinbevölkerung leide.

Als Behandlung empfiehlt Prof. Heike langsame Gewichtsabnahme (etwa 1,5 kg pro Woche), zugrunde liegende Erkrankungen wie etwa Diabetes zu behandeln sowie schädliche Einflüsse wie Alkohol und Medikamente möglichst zu vermeiden. het

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