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Wo ist Zuhause?

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"Wo ist Zuhause?", fragt das Museum am Ostwall zum vierten und letzten Mal und bittet Künstler um Antworten. Ab morgen sind die Positionen der türkischen Künstlerinnen-Schwestern Anny und Sibel Öztürk zu sehen.

Sie sind es leid, immerzu die gleichen Fragen beantworten zu müssen: Gehört die Türkei in die EU? Hatte Ihr Vater einen Ford Transit? Anny und Sibel Öztürk haben ihren Unmut künstlerisch verarbeitet. In der Computer-Installation "Don't ask me" (Frag mich nicht) können Besucher ihre Fragen in den Computer tippen. Irgendwann, so Anny Öztürk, wird die Maschine antworten.

Doch dies ist nur ein Anfangs-Gag. Die Frage, was Zuhause für sie bedeutet, beantworten die beiden mit einer Raum-Installation, inspiriert von dem Armenviertel der kolumbianischen Stadt Medellin. Aus Sperrholz, Plastikplane und Klebeband schaffen sie eine provisorische Wohn-Atmosphäre. Auf zerknittertem, bekleckstem Packpapier entstand die Skizze einer Straßenflucht mit offenen Stromleitungen, die übers Bild hinaus in den Raum ragen, so wie auch die Favelas unkoordiniert wachsen. Zeichnungen auf Butterbrotpapier zeigen einen Jungen, der seine Hausaufgaben unter der Straßenlaterne macht, weil die Eltern keinen Strom haben. Zuhause ist, wo man sich einrichtet und versucht, das Beste daraus zu machen - Anny Öztürk bewundert die Kreativität der Favelas-Bewohner.

"Angelina Jolie" steht in bunten Leucht-Lettern an der Wand. Eine Zeichnung zeigt die Schauspielerin mit ihrem Mann Brad Pitt und den adoptierten Kindern. Dem Beispiel folgend können Besucher einen Buchstaben "adoptieren" - für 3000 Euro bekommen sie neben Lampe und einer Zeichnung auch eine Patenschaft für ein Unicef-Projekt. Soziales Engagement wird chic und dekorativ - ebenso wie die ihrem Zuhause entrissenen Kinder ihre Promi-Eltern schmücken? Ein Projekt, das Anlass zu Diskussionen gibt. pin

Eröffnung heute, 19 Uhr; bis 27. Januar 2008

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