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"Würde den Hut nehmen"

In der Bargeld-Affäre im Oberbürgermeister-Amt schießt sich die CDU immer mehr auf OB Dr. Gerhard Langemeyer ein. Der indirekte Vorwurf: Der Verwaltungschef hat die Veruntreuung von möglicherweise 1,1 Mio Euro zumindest gedeckt.

"Würde den Hut nehmen"

Schwer unter Beschuss: Dortmunds Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer.

Die im Zwischenbericht der Rechnungsprüfer geschilderte Tatsache, dass die beschuldigte Stadt-Mitarbeiterin über Jahre trotz Krankmeldungen im Büro erschienen sei und Geld abgeholt habe, ohne dass Kollegen aktiv wurden, lasse für ihn nur eine Erklärung zu: "Allen Beteiligten war klar, dass dieser Vorgang von ganz oben gedeckt war", meint der CDU-Fraktionsvorsitzende Frank Hengstenberg. Und ganz oben in der Rathaus-Hierarchie sitzt nun mal der Oberbürgermeister.

Ein Rücktritt Langemeyers ist deshalb für den CDU-Fraktionschef überfällig. Hengstenberg: "Wenn ich an seiner Stelle wäre, würde ich den Hut nehmen." Denn aufgrund von "mangelnder Organisations- und Führungskraft" seien "595 000 Dortmunder bestohlen worden". "Die Verantwortung dafür liegt einzig und allein beim Oberbürgermeister." Dazu komme, dass die "parteipolitisch geprägten Strukturen" den Vertrauensmissbrauch erst ermöglicht hätten, glaubt Hengstenberg. "Ganz nach dem Motto: Wir kennen uns, wir vertrauen uns." Jetzt laute der Appell an die Beschäftigten, zu reden und zur Aufklärung beizutragen.

Eine der Konsequenzen der CDU: Sie hat einen Brief an Regierungspräsident Helmut Diegel auf den Weg gebracht. Die Christdemokraten fordern, dass sich die Gemeindeaufsicht der Arnsberger Bezirksregierung in die Sache einschaltet.

Neben dem OB nimmt die CDU aber auch die städtischen Rechnungsprüfer und die Staatsanwaltschaft ins Visier. Stutzig macht die Christdemokraten, dass das Rechnungsprüfungsamt schon 2004 den Finanzverkehr im OB-Amt untersucht habe - ohne bis heute sagen zu können, mit welchem Ergebnis. Unregelmäßigkeiten wurden aber offenbar nicht festgestellt. Hengstenbergs Fazit: "Die, die schon 2004 gezeigt haben, dass sie es nicht können, ermitteln jetzt wieder."

Wenig Vertrauen hat der CDU-Fraktionschef auch in die Ermittlungen der Dortmunder Staatsanwaltschaft. Man wolle sich dafür einsetzen, dass die Bochumer Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität die Federführung übernehme, kündigte Hengstenberg gestern an. Oli Seite 2: Bochumer

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