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Zähne zeigen im Dschungel

Aplerbeck Alexandra Willnow schüttelt noch immer fassungslos mit dem Kopf und lächelt, wenn sie an die Abenteuer zurückdenkt, die sie in Ecuador erlebt hat.

Für vier Wochen lag der Arbeitsplatz der 32-jährigen Dentalhygienikerin mitten im Urwald. Am Rande der Anden in einem kleinen Dorf namens Guadelupe. In enger Nachbarschaft mit handtellergroßen Spinnen, Käfern und giftigen Schlangen.

"Eigentlich hatte ich ja sogar vor acht Wochen dort zu bleiben, aber es kam dann doch anders", berichtet Alexandra Willnow. Es gab Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit der Leitung der Mission, der das kleine medizinische Zentrum angegliedert ist. "Förderkreis Clinica Santa Maria e.V." heißt das Projekt, das der Landbevölkerung die Möglichkeit einer zahnärztlichen Versorgung geben soll. Und um zu helfen, geht es eben mitten in den Dschungel.

Ein Abenteuer, das schon mit der Anreise begann. Mit dem Flugzeug von Düsseldorf über Madrid nach Quito. Einmal umsteigen, Inlandsflug in Ecuador - alles kein Problem, "aber dann die stundenlangen Busfahrten über Land, die waren unglaublich", erzählt Alexandra Willnow. Reifenpannen, Erdrutsche - Szenen wie aus einem Abenteuerfilm. "Aber die Menschen waren sehr nett und freundlich." Angst, nein Angst habe sie nie gehabt auf der beschwerlichen Reise. "Und außerdem hatte ich mich ja darauf vorbereitet." Aber die Theorie in Deutschland und die Wirklichkeit vor Ort waren doch zwei verschiedene Paar Schuhe. Die Witterung ("Es war eine Luftfeuchtigkeit, da schimmelten die Jeans im Schrank") und das Essen ("zum Frühstück haben wir unser Brot selber gebacken und mittags und abends gab es Reis und Salat") waren sehr gewöhnungsbedürftig. Auch das Telefonieren nach Aplerbeck entpuppte sich als unüberbrückbare Hürde. "Handys hatten kein Netz, das Telefon im benachbarten Dorf war kaputt und in der Mission nur die Annahme von Ferngesprächen möglich."

Trotz der Umstände, die Arbeit vor Ort "machte Spaß, obwohl die Leute erst zum Zahnarzt gehen, wenn sie Schmerzen haben und die Mundhöhlen auch dementsprechend aussehen." Zusammen mit einer Zahnärztin aus Düsseldorf fühlte Alexandra Willnow den Menschen in Guadelupe auf den Zahn - wenn vorhanden, denn "Zahnpflege gibt es kaum." So betrachtete ein Indianer eine mitgebrachte Zahnbürste als nettes kleines Geschenk - Funktion leider unbekannt.

"Es war ein Erlebnis", sagt Alexandra Willnow, die froh ist, wieder in der Zahnarztpraxis von Dr. Hansmeyer ihre Patienten behandeln zu können. Ohne die Angst vor Schlangen, Spinnen und Erdrutschen. jöb

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