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Zu viel Pech für ein Leben

Er wurde überfallen, seine Freundin starb, seine Arbeitgeber wurden zahlungsunfähig. Andreas Müller, Opfer des Anwaltsbetrugs, hat soviel Pech gehabt, dass es für viele Leben reichen würde.

Die Pechsträhne begann Ende der 90er: Andreas Müller verdiente gut als Busfahrer, besaß Reihenhaus und schickes Auto. Doch einige Kriminelle wollten sein Erspartes, er wurde mehrfach überfallen, verprügelt, erpresst. Die Verbrecher kamen glimpflich davon, er verlor die Arbeit.

Das Arbeitsamt verweigerte 2000 die Verlängerung des Busführerscheins: "Da habe ich auf LKW umgesattelt." Und zeigte Einsatz: Für eine Essener Spedition fuhr er bis zu 400 Stunden im Monat. Der Betrieb ging pleite, mehrere Monatslöhne blieben aus. Auch die beiden nächsten Arbeitgeber insolvierten. Die Schulden wuchsen.

Kurz danach, im Sommer 2003, starb seine Ex-Freundin, zu der Möller ein inniges Verhältnis hatte, auf grausame Weise: Ihr "Freund" entpuppte sich als Psychopath, brachte sie um. Müller klappte zusammen, wurde stationär behandelt: "Ich hatte mir schon vorher fürchterliche Sorgen gemacht, wochenlang nur von Zigaretten gelebt."

Er rappelte sich auf, fand Arbeit bei einer Dortmunder Spedition. Sammelte hunderte Überstunden. Doch auch hier blieb der Lohn aus: "Monatelang kam kein Geld. Ich flog aus der Wohnung, musste bei Verwandten essen", schildert der 42-Jährige. Er klagte mit Erfolg, das Geld hat er inzwischen erhalten.

Jetzt wartet er auf die Wiederaufnahme seines Insolvenzverfahrens, um "endlich von vorne anzufangen." Dann will er auf technischen Fachwirt umschulen: "Vom Fahren habe ich genug." tag

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