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Zwei Autowege zum Einkauf

Der Projektentwickler ECE und die Planungsverwaltung tingelten gestern durch die Rathaus-Fraktionen. Unterm Arm hatten sie das Verkehrsgutachten für ein Einkaufszentrum auf dem Thier-Gelände.

Die zentrale Botschaft: Das zusätzliche Verkehrsaufkommen für ein Einkaufszentrum mit 20 000 bis 30 000 Quadratmetern ist zu verkraften, die Haupterschließung über die komplett zweispurig ausgebaute Hövelstraße möglich sowie - eher untergeordnet - über die kleine Straße Grafenhof, die eine eigene Abbiegespur für ein Parkhaus mit 1000 Stellplätzen bekommt. Die Verkehrsgutachter gehen von 4000 Autos täglich aus, die das Einkaufszentrum ansteuern - also 8000 Fahrbewegungen am Tag.

Die Silberstraße wird zwischen Kaufhof und Grafenhof durchschnitten und für den Durchgangsverkehr aufgegeben. Die Einbahnstraßen-Regelung an den Rändern westlich der Martinstraße und östlich der Potgasse soll aufgehoben werden, ein Verkehrskreisel zwischen Hövel-, Silberstraße und Eisenmarkt den Anschluss an das Kaufhof-Parkhaus sicherstellen.

Schlüssiges Konzept

Die Fußgänger sollen vom Süden über den Hohen Wall durch das im Erdgeschoss frei gelegte Thier-Gebäude den Weg ins Einkaufszentrum finden und von Norden durch eine Passage des jetzigen Berlet-Kaufhauses, das seinen Standort am Westenhellweg bekanntlich aufgibt.

Für die CDU, so Fraktionschef Frank Hengstenberg, ist das Konzept "überzeugend und schlüssig". Auch dass die Kuhstraße in dem Verkehrskonzept eine untergeordnete Rolle spielt, kommt der CDU entgegen, spielt sie doch mit dem Gedanken, das Theater zu arrondieren.

Für FDP/Bürgerliste ist das Verkehrskonzept "im Großen und Ganzen vernünftig", stellte Fraktionschefin Dr. Annette Littmann fest. Eine Einfahrt direkt über den Wall hätte man zwar schöner gefunden, doch laut Verwaltung sei ein weiterer Knotenpunkt im Wall schwer zu realisieren.

Radweg fällt weg

Die Grünen müssen das Konzept noch sacken lassen, doch es stört sie noch mehrerlei, merkte ihr Sprecher Mario Krüger an. So wird auf der Silberstraße eine Radwege-Verbindung wegfallen, wie schon für die Kampstraße nach ihrem Umbau zum Boulevard geplant. Krüger: "Das tut weh".

Zudem werden die heutigen Parkplätze am Straßenrand komplett der Erschließung geopfert. Ein großzügiger Flanierbereich und Verkehrsberuhigungen seien dann nicht mehr möglich, kritisiert Krüger.

Neben dem Verkehrskonzept müssen sich Politik und Verwaltung mit ECE auch noch über die Größe des Einkaufszentrums einigen. Der Konsultationskreis Einzelhandel will sich im September/Oktober festlegen. Am 13. Dezember will der Rat den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan beschließen. Baubeginn soll 2009 sein, die Fertigstellung ist für Herbst 2010 oder Frühjahr 2011 angepeilt. ko

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