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Als Geld keine Rolle spielte

Haltern Das Marmorbad wird von einem Warmwasserboiler beheizt, so wie wir ihn früher in Omas Bad gesehen haben.

Vor 2000 Jahren war dies der Gipfel des Luxus und eine technische Meisterleistung. Heute lässt das Römermuseum eine Muräne im virtuellen Meerwasserbecken schwimmen. Der Raubfisch war das Statussymbol reicher Römer am Golf von Neapel und gleichzeitig ein beliebtes Gericht. Natürlich wurde nicht das Haustier verspeist, sondern man ließ eine namenlose Muräne aus dem Meer fischen.

Geld spielte kein Rolle, und das unterscheidet die römische Oberschicht vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). "Wir haben weder etwas mit Luxus noch mit Dekadenz zu tun", betonte LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch gestern bei seinem ersten Rundgang durch die Ausstellung im Römermuseum.

Die rund 180 Fundstücke, die dort ab Donnerstag der Öffentlichkeit präsentiert werden, stehen fast alle an ihrem Platz. Hier und da wird noch gebohrt und gehämmert, aber die Sorgenfalten auf der Stirn von Projektleiter Herwig Kenzler haben sich in den letzten Tagen merklich geglättet. Ganz entspannt wird er aber erst sein, wenn die Menschen so zahlreich wie erwartet in die Ausstellung strömen. 130 000 wollten die letzten Stunden von Herculaneum miterleben. Eine Zahl, die sich Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp auch jetzt wieder erhofft, die aber nur sehr schwer zu erreichen sein dürfte. "Mit 60 000 bis 80 000 wären wir schon zufrieden", betonte er gestern mit Hinweis auf die relativ kurze Ausstellungsdauer. Ab dem 26. November werden die Ausstellungsstücke eingepackt und nach Bremen, der nächsten Station, gebracht.

Zunächst aber freut sich der LWL auf die Eröffnung, die er am Mittwochabend mit 800 geladenen Gästen im Zelt vor dem Museum feiern wird. Thomas Liedtke

Führungen: Tel. 9376-38

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