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Angst vor "Handschellen"

Haltern Soll die Werbung auf Markisen künftig nur noch einzeilig ausfallen, oder kann man in Haltern auch mit zweizeiligen Aufdrucken leben?

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Bis ins Detail ging am Donnerstagabend im Kolpingtreff die Auseinandersetzung über die neue Werbe- und Gestaltungssatzung für die Stadt Haltern. Auf Einladung der CDU hatte Baudezernent Wolfgang Kiski den Entwurf vorgestellt, der ab dem 7. November öffentlich ausgelegt wird.

Besonders viele Vertreter der Halterner Kaufmannschaft nutzten die Gelegenheit zur Diskussion. Unstrittig ist für Verwaltung, Politik und Kaufleute, dass der historische Stadtkern mit seinen kleinteiligen Strukturen erhalten werden muss. Unterschiedlich bewerten die Partner allerdings die Mittel, mit denen die Pflege der Bausubstanz und ihrer Anordnung gelingen soll.

Während Halterns Chefplaner den Entwurf als "ausgewogene Satzung" bezeichnete, die Einzelschicksale natürlich nicht berücksichtigen könne, befürchtete Hardy Kleinefeld (Sportmode): "Uns werden Handschellen angelegt. Wir bauen eine Puppenstube, ohne auf wirtschaftliche Faktoren zu achten." Ebenso kritisierte auch Bruder Christoph Kleinefeld (Kindermode) die seiner Ansicht nach zu zahlreichen starren Vorgaben der neuen Satzung, die zum Beispiel die Höhe von Sockelleisten und die Größe von Fensteröffnungen vorgibt. Mit Blick auf den Kaufkraftabfluss in Richtung Ruhrgebiet forderte Hardy Kleinefeld: "Man muss uns die Chance lassen, modern zu bleiben."

Wolfgang Kiski warnte davor, die Satzung aufzuweichen. Unterstützung kam von der Politik. Manfred Ernst warb dafür, die Individualität Halterns zu fördern. Einiges an Flair sei in den letzten Jahren bereits verloren gegangen, "nicht durch politische Entscheidungen". Maaike Thomas (Grüne) verwies auf Erfahrungen in Münster und Warendorf, wo die Kaufleute zunächst auch eher gegen eine Gestaltungssatzung arbeiteten und diese nun positiv sehen. "Es soll auf keinen Fall museal werden", blickte sie in Halterns Zukunft.

Das "Lifting" der Innenstadt würde sich ohnehin langsam vollziehen, denn nur bei der Umgestaltung eines Gebäudes würden die Regeln der neuen Satzung wirksam. Silvia Wiethoff

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