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Barrierefrei einkaufen

Haltern Allein beim Gedanken daran, die Post-Schalterstelle an der Rekumer Straße zu betreten, bekommt es Gisela Burbulla mit der Angst zutun.

"Das Risiko, auf der wackeligen Rampe hinzufallen, ist enorm hoch", klagt die Seniorin. Durch eine Krebserkrankung verlor Gisela Burbulla vor 40 Jahren ein Bein. Im Laufe der Zeit hat die 62-jährige Halternerin zwar gelernt, sich mit Stolperstellen, die ihr im Alltag zuhauf begegnen, zu arrangieren. "Aber auf Krücken über die völlig instabile Metall-Rampe in die Post zu gelangen, ist eine halsbrecherische Übung", ärgert sie sich über die vermeintlich behindertengerechte Riffelblech-Brücke über die Treppenstufen.

Auch wenn die Geschäftsleute in Haltern weitgehend gewillt sind, Kunden mit körperlichen Handicaps einen barrierefreien Zugang in ihre Läden zu ermöglichen, sind längst noch nicht alle Hindernisse aus dem Weg geschafft. "Wirklich problematisch scheint die Situation aber nicht zu sein", stellt Georg Westerworth, Vorsitzender des Seniorenbeirats, fest. Dabei beruft er sich auf erste Ergebnisse einer Fragebogenaktion, die sich mit der Seniorenfreundlichkeit des heimischen Einzelhandels beschäftigt.

"Bis jetzt haben zehn Geschäfte an der Aktion teilgenommen", so Westerworth. Zur Bestandsaufnahme füllen die Inhaber einen Fragebogen aus, der seniorenrelevante Aspekte aufgreift: Ist das Ladenlokal mit Gehhilfen, einem Rollstuhl oder Rollator problemlos zugänglich? Sind die Böden rutschfest und die Gänge breit genug? Ist das Warenangebot überschaubar sortiert? Und sind Sitzgelegenheiten und behindertengerechte Toiletten vorhanden? "Zusätzlich machen wir uns vor Ort ein eigenes Bild", erklärt Georg Westerworth, der seit Mitte Juli mit Margarete Stevermüer und Rosemarie Büscher aus dem Seniorenbeirat für die Aktion auf Achse ist.

Zertifikat

"Wir würden uns freuen, wenn noch mehr Kaufleute mitmachen", sagt Westerworth. Die Teilnahme lohnt sich: Wer den Test besteht, erhält ein Zertifikat, das die Seniorenfreundlichkeit bescheinigt und gut sichtbar am Eingang angebracht werden kann. Ende September sollen die ersten Urkunden vergeben werden. "Außerdem geben wir gerne Tipps, wie sich ein Geschäft oft mit einfachen Mitteln behindertengerecht gestalten lässt."

Betroffene Bürger wie Gisela Burbulla können sich ebenfalls an den Seniorenbeirat wenden und ihn auf Stolperstellen aufmerksam machen. Westerworth: "Wir werden diesen Hinweisen dann nachgehen." Christoph Walter

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