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Behinderte geben Gas

Haltern Mit Effet lenkt Florian Baus seinen schweren VW T5 über die nasse Fahrbahn auf dem ADAC-Gelände für Sicherheitstraining. Von außen sieht niemand, dass der junge Mann sein Fahrzeug per Handgas bewegt.

50 000 Euro musste der Castrop-Rauxeler zusätzlich für Umbauten in dem Transporter ausgeben. Jetzt sitzt er passgenau in einem Rollstuhl vor dem Steuerrad und lernt die Eigenheiten seines Autos bei verschiedenen Lenkmanövern kennen. Das sei gerade für Verkehrsteilnehmer mit Handicap wichtig, bestätigt der stellvertretende Leiter des ADAC-Platzes in Haltern, Peter Franz. Vollbremsung, ausweichen oder Slalomfahrt beherrschen die elf Behinderten ganz passabel, die sich am Sonntag zum Fahrtraining eingefunden haben. "Dieser Personenkreis ist für mögliche Gefahren vermutlich besonders sensibilisiert und stellt sich auf sein Fahrzeug ein", erklärt Franz, der auch als Trainer auf dem Gelände tätig ist.

Diesmal hat eine Fahrschule aus Gelsenkirchen-Buer ihre Schüler für den Kurs angemeldet. Gruppen aus Einzelteilnehmern oder Firmenangestellte, deren Chef das Sicherheitstraining als Event anbietet, finden sich täglich im ADAC-Sicherheitszentrum an der Straße Berghaltern 59 ein. Insgesamt brausen rund 10 000 Personen jährlich durch die Kurven auf dem Halterner Platz und dem angeschlossenen Übungsgelände für Motorradfahrer in Recklinghausen. "Unsere Anlage wird als schön empfunden, weil sie so grün ist", freut sich Franz über die Resonanz. Das Einzugsgebiet reicht von Steinfurt im nördlichen Münsterland bis nach Oberhausen und Essen im Ruhrgebiet.

Wie Rollstuhlfahrerin Christina Gumm aus Dorsten ergeht es dabei vielen Trainingsteilnehmern: "Ich bin beeindruckt, wie die Bremsen reagieren." Silvia Wiethoff

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