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Das Geld war immer knapp

Haltern/Dülmen Mit einem Gottesdienst im Grünen am Sonntagmorgen in Hausdülmen erinnerten die evangelischen Gemeinden Haltern und Dülmen an gemeinsame Anfänge vor 150 Jahren.

Die Posaunenchöre und Kirchenchöre beider Gemeinden gestalteten den Gottesdienst am Kindergarten an der Mauritiusstraße mit. Nur noch wenige wissen es, dass die beiden Gemeinden zwar immer selbstständig, aber rund 100 Jahre lang miteinander verbunden gewesen sind.

Die Anfänge sind untrennbar mit dem Namen des ersten Halterner Apothekers Albert Ferdinand Leich verbunden. Seiner Initiative ist die Sammlung der Evangelischen in sonntäglichen Gottesdiensten, der erste Kirchbau und schließlich die förmliche Konstituierung der Gemeinde im Jahre 1857 wesentlich zu verdanken.

Acht Gottesdienste

1844 wurden die 44 evangelischen Bewohner Halterns als Gastgemeinde im 21 Kilometer entfernten rheinischen Schermbeck aufgenommen. Acht Mal im Jahr gab es evangelische Gottesdienste in Haltern. Im August 1845 wurde das erste Presbyterium in Haltern eingeführt.

Doch der Status einer Gastgemeinde konnte nur ein Provisorium darstellen und eine andere, dauerhafte Lösung musste gefunden werden. Der Gustav-Adolf-Verein, das Diaspora-Hilfswerk der Evangelischen Kirche, entwickelte ein Konzept: Mitgliederschwache Diasporagemeinden verbanden sich zu einem "Pfarrsystem", um die finanziellen Belastungen durch die Anstellung eines Geistlichen bewältigen zu können.

Bereits 1846 beschlossen die Evangelischen in Dülmen, sich mit Haltern zu einem gemeinsamen Kirchensystem zu vereinigen. Im Juli 1849 wurde Heinrich Holthaus zum Pfarrverweser (Hilfsprediger) in Dülmen/Haltern ernannt. Bis 1887 amtierten hier zehn Pfarrverweser, die aus beruflichen und familiären Gründen die Gemeinde immer dann wieder verließen, wenn sich ihnen anderswo eine ordentliche Pfarrstelle mit befriedigenderen Arbeitsbedingungen und Einkünften bot.

Parallel zu den Bemühungen um einen Pfarrer begann Leich mit ersten Vorbereitungen für den Kirchbau in Haltern. 1855 wurde das kleine Kirchlein am Rekumer Tor in Dienst genommen.

Verbindung bis 1951

1858 erhielten auch die Dülmener ihre Kirche. Noch im Dezember 1855 traf das Konsistorium in Münster Vorbereitungen, um das "Kirchensystem Dülmen - Haltern" als Kirchengemeinde förmlich zu konstituieren.

In der öffentlichen Bekanntmachung der Konstituierung der Kirchengemeinde im Oktober 1857 erhob das königliche Konsistorium in Münster "die evangelischen Eingesessenen zu Dülmen, Haltern und Umgebung zu zwei unter einem Pfarrer verbundenen, im übrigen aber selbstständigen Kirchengemeinden zu Dülmen und Haltern". Die neue Gemeinde wurde zunächst dem Kirchenkreis Bochum zugewiesen. Das Pfarrhaus stand in Dülmen.

Diese Verbindung bestand bis 1951 als nach dem Zuzug vieler Flüchtlinge jede Gemeinde eine eigene Pfarrstelle erhielt und Haltern dem Kirchenkreis Recklinghausen, Dülmen dann dem Kirchenkreis Steinfurt/Coesfeld zugewiesen wurde.

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