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Kritik an Fachkräftezahl im Sixtus-Hospital

Die Suche nach der Untergrenze im Krankenhaus

HALTERN Wie viel Personal ist zu wenig? Am Sixtus-Hospital in Haltern am See sind rund 300 Voll- und Teilzeit-Pflegekräfte angestellt. Der Chef des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe findet für diese Zahl drastische Worte.

Die Suche nach der Untergrenze im Krankenhaus

Ein Blick ins Halterner Sixtus-Hospital Foto: Kevin Kindel

Rund 300 Voll- und Teilzeit-Pflegekräfte bei 220 Betten, so lautet aktuell die offizielle Bilanz im Halterner Sixtus-Hospital. Durch die Schicht- und Teilzeitarbeit sowie den sogenannten Funktionsdienst, der in dieser Zahl enthalten ist, ist eine Einordnung aber kompliziert.

Die 220 Planbetten seien übers Jahr sehr unterschiedlich belegt, berichtet Birgit Böhme-Lueg, Sprecherin des Katholischen Klinikums Ruhrgebiet Nord (KKRN).

„Da die Pflegekräfte je nach Belegungssituation und Anforderungen auf den verschiedenen Stationen wechseln, also vom Funktionsdienst in den Pflegedienst und umkehrt, können wir nicht pauschal sagen, wie viel Personal tagsüber oder nachts in welcher Station oder im Funktionsdienst arbeitet“, so Böhme-Lueg. Sie teilt nur mit: „Die gesetzlichen Vorgaben und Anforderungen, was den Personaleinsatz im Pflegebereich angeht, sind im St.-Sixtus-Hospital erfüllt.“

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Der Funktionsdienst umfasst unter anderem die Aufnahme der Patienten, Arbeit in Operations- und Kreißsaal, Schlaflabor, Endoskopie oder Schmerzmanagement. Die Mitarbeiter dort würden bei Bedarf auch in der Pflege auf den Stationen eingesetzt. Birgit Böhme-Lueg nennt das eine „luxuriöse Situation“, durch die man flexibel reagieren könne.

Dem widerspricht Burkhardt Zieger, Geschäftsführer des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, entschieden. „Teilt man diese 300 Kräfte durch drei Schichten, zieht 30 Urlaubstage pro Kopf ab und berücksichtigt dann noch Teilzeitarbeit, ist das Verhältnis schon gar nicht mehr so paradiesisch“, sagt er: „Ganz im Gegenteil.“

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Zur „luxuriösen Situation“, die Mitarbeiter flexibel einzusetzen, sagt Zieger: „All das, was Fachkräfte ausmacht, kann man in die Tonne treten, wenn‘s sowieso egal ist, wo sie eingesetzt werden.“ Dann könne ja fast jeder diesen Job machen. Außerdem fehlen die Mitarbeiter an ihrer angestammten Stelle, wenn sie woanders einspringen.

Aktuell gebe es an der Gartenstraße nur fünf offene Stellen, „mit gleichen Schwierigkeiten anderer Krankenhäuser“, sagt Birgit Böhme-Lueg. Unter anderem an der Uniklinik in Münster werden wegen des Personalmangels schon Prämien an Mitarbeiter gezahlt, die andere Fachkräfte anwerben. 3000 Euro bekommen die Kollegen dort. In Haltern sei das allerdings aktuell kein Thema, ausländische Pflegekräfte seien bislang auch noch nicht gezielt angestellt worden, berichtet die Sprecherin: „Aber wir beobachten die Möglichkeiten.“

Weil die Anforderungen in verschiedenen Pflegebereichen sehr unterschiedlich seien, will Verbandschef Burkhardt Zieger keine genaue Untergrenze nennen, die er sich von der Politik wünscht. Aber: „Belegt ist, dass die Sterblichkeitsrate um 31 Prozent sank, wenn ein Arbeitspensum von acht Patienten pro Pflegefachperson auf vier Patienten pro Pflegefachperson in Kliniken reduziert wurde.“

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