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Feinsinnig-amüsanter Bilderbuchabend

LiteraTourTheater zeigte Wilhelm Busch in der Sythener Flora

Sythen Karikaturen laufen, sprechen, schlüpfen in Kostüme, bewegen sich in Kulissen. Das LiteraTourTheater Dortmund erweckte am Dienstag- und Mittwochabend in der Sythener Flora Wilhelm Buschs Bildergeschichten zum Leben. Mit viel Witz und Feingefühl für Buschs Figuren stellten Dario Weberg und Indra Janorschke Situationskomik dar, die die teils satirischen Verse des Malers und Dichters begleitete. «Man muss den radikalen Humor von Wilhelm Busch mögen», weiß Dario Weberg. «Da sterben immer alle», fügt Indra Janorschke hinzu. Die beiden Darsteller hatten Spaß an den verschieden Rollen. Mal beantwortete Busch in seinem Atelier Helenes neugierige Fragen über Kindheit, Werdegang, Kunst und Frauen. Nach einem abgebrochenen Maschinenbaustudium ging er zur Kunstakademie nach Düsseldorf, Antwerpen und München. Das Ergebnis hielt der eigenen Kritik nicht stand. Busch lebte von Karikaturen, die er auf Anordnung des Verlags mit Texten ergänzen sollte. «Max und Moritz» erschien 1865. Ein Jahr zuvor entstand «Der Heilige Antonius von Padua». Erst sechs Jahre später nach Aufhebung eines Verbotes durch die Katholische Kirche erschien das Werk in der Öffentlichkeit. Der sündige Weg des Antonius führte den Pater ins Kloster nach Padua. Doktor Alopecius, Bischof Rustikus - diese Begleiter des Antonius zu personifizieren, stetig Requisiten zu wechseln und Mimik und Stimme zu verändern wie auch die Darstellung des Antonius selbst - eine Paraderolle für Weberg. Voller Verlangen versucht die schöne Monika, den Pater zu verführen. Aber auch zuvor, in der Rolle der Frommen Helene, zeigte sich Indra Janorschke mal naiv, mal kokett, kichernd, verschämt oder voller Wollust. Ein Augen- und Ohrenschmaus, der vor dem Gaumen nicht halt machte. «Gar lieblich dringen aus der Küche bis an das Herz die Wohlgerüche»: Birne Helene gab es nicht aus der Pfeifferschen Küche, dafür Birnendekoration auf den Tischen. Mit fünf Gängen - unter anderem einer grünhaubigen Suppe im Glas - begleitete Matthias Pfeffer mit Team den gelungenen Abend und servierte Wels, nachdem Helenes Ehemann Schmöck gerade jämmerlich an einer Gräte erstickt war. ela «Ach wie mich das aufregt», eine literarisch-musikalische Revue der 20-/30-er Jahren mit Werken von Brecht, Tucholsky, Operetten und Berliner Cabaret zeigt das LiteraTourTheater Dortmund am 26. September in der Sythener Flora. www.hotel-pfeiffer.de

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