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Gänse kommen und gehen

Haltern Laut gackernd watscheln 35 Gänse in der Wiese von Landwirt Heinz Bernd Gerding in Holtwick hin und her.

"Schsch... ." Vorn hält sie ein ungewohntes Blitzlicht in Schach, hinten versperren die vier Söhne des Bauern den Weg. So viel Aufregendes passiert im Leben des Federviehs nur selten. Noch genießt die schneeweiße Schar ein glückliches Leben zwischen Wiesen mit üppigem Grün und einem Stall mit stets gefülltem Futterspender.

Doch seitdem die nimmersatten Tiere im Juli als drei bis vier Wochen alte Küken auf den Holtwicker Hof kamen, haben sie mächtig zugelegt. Rund fünf Kilogramm bringt ein jedes heute auf die Waage - ein ideales Schlachtgewicht. Kurz vor St. Martin ist Schluss, und die ersten glücklichen Gänse wandern als Braten in den Ofen der Stammkunden, die sich dieses kulinarische Vergnügen jedes Jahr bei Familie Gerding durch Vorbestellungen sichern. "Zwei Partien werden noch folgen", sagt Maria Gerding, Mutter von Heinz Bernd Gerding, und meint damit die Schlachtungen Anfang Dezember und kurz vor Weihnachten. Die 73-Jährige hat schon viele Gänsegenerationen auf dem Familienbetrieb kommen und gehen sehen. Seit ungefähr 20 Jahren werden die Tiere in größeren Stückzahlen gemästet.

In den ersten Wochen erhalten die kleinen Gänse Wassergeflügelaufzuchtfutter, später stellt Heinz Bernd Gerding eine nährstoffreiche eigene Mischung aus viel Weizen sowie Gerste, Hafer, Soja und Mineralstoffen her. Wachstumsförderer oder andere Zusatzstoffe werden nicht verfüttert. Auch auf das so genannte Nudeln, die früher beliebte verschärfte Mast, verzichten die Gänsehalter. "Das schadet der Fleischqualität", erklärt Maria Gerding.

Dafür darf sich das gefräßige Geflügel den ganzen Tag über am saftigen Grün in den Wiesen laben. "Die Gans weidet wie eine Kuh", klärt Heinz Bernd Gerding auf. Als guter Eiweißträger trägt das Grünfutter zum gesunden Gedeihen bei. Bis die gefiederten Schnatterliesen als Braten frisch auf dem Tisch des Verbrauchers in der Nähe landen, genießen sie noch unbeschwerte Tage in grünen Wiesen. Silvia Wiethoff

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