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Scharfe Kritik an Halterner Kreißsaal-Schließung

Geburtshilfe: So reagieren Politiker und andere Kliniken

HALTERN Nur noch wenige Wochen lang werden Babys im Sixtus-Hospital das Licht der Welt erblicken. Am Tag nach der Verkündung dieser Entscheidung gibt es Proteste gegen die Schließung der Geburtshilfe. Der Stadtrat wird sich in einer Sondersitzung mit dem Thema beschäftigen.

Geburtshilfe: So reagieren Politiker und andere Kliniken

Am Mittwoch kündigte Krankenhaus-Geschäftsführer Andreas Hauke an, die Geburtshilfe-Abteilung in Haltern zu schließen. Foto: Kevin Kindel

Zum 30. Juni 2018 soll die Halterner Entbindungsstation geschlossen werden. Haltern am See wird damit nicht mehr als Geburtsort in den Ausweisen stehen (außer bei Hausgeburten). Die SPD-Vorsitzende Beate Pliete hat am Mittwoch eine Sondersitzung des Stadtrates gefordert. Dass der Aufsichtsrat der KKRN Beschlüsse dieser Tragweite fasse und diese innerhalb weniger Wochen umzusetzen drohe, gefährde das bisher gute Miteinander vor Ort. Die Entscheidung sei ein „Affront für die Bürger“.

Die CDU Haltern am See zeigt sich via Facebook „zutiefst enttäuscht“ über die Entscheidung der Krankenhaus-Leitung. „Gerade nach der Renovierung des gesamten Krankenhauses ist dieser Einschnitt ein Rückschritt“, so die CDU: „Das schmerzt.“

Hier finden Sie alle Hintergründe zur Schließung:

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So geht die Stadtverwaltung mit dem Thema um:

„Wir werden die Sondersitzung des Stadtrates einberufen“, sagt Verwaltungssprecher Thomas Gerlach. Dazu ist man laut Gemeindeordnung schließlich auch verpflichtet. Einen Termin gab es am Donnerstagmittag aber noch nicht. „Zeitnah“ werde die Sitzung einberufen, so Gerlach.

Acht Tage vorher muss die Verwaltung die Einladungen an die Politiker verschicken. „Theoretisch ist eine Sitzung in der 19. Kalenderwoche ab dem 7. Mai möglich“, so Gerlach.

Viele Halterner kritisieren die Entscheidung auf unserer Facebookseite:

Dutzende Nutzer machen ihrem Ärger Luft. „Gesundheit ist keine Ware und kann auch nicht kostendeckend berechnet werden“, schreibt Knut Jaschinski. „Die Abteilung, die den besten Ruf in Haltern hat, soll geschlossen werden. Traurig finde ich das! Ich bin für eine Unterschriftensammlung“, meint Dennis Kullick. Anna-Maria Hagemann findet: „Unglaublich schade und die falsche Einsparung. Schön wäre es, wenn es einmal um die Patienten ginge, und nicht um den Geldhahn.“

Steffi Bartsch schreibt: „Das ist eine sehr traurige Nachricht. Es ist eine so tolle und familiäre Atmosphäre, man ist nicht einfach irgendeine Nummer, sondern fühlt sich total super betreut und aufgehoben, was heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich ist.“ Katharina Sparky schreibt: „Ich habe gerade mal Herrn Laschet angeschrieben. Mich würde mal interessieren, was unsere Landesregierung zu dieser Entwicklung sagt.“ Unsere Redaktion hat beim Gesundheitsministerium eine Presseanfrage gestellt, bis Mittwochnachmittag aber keine Antwort bekommen.

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So reagieren die Krankenhäuser der Umgebung:

Wolfgang Mueller, Geschäftsführer der Vestischen Caritas-Kliniken GmbH in Datteln erklärt: „Keiner Klinik fällt es leicht, die Schließung einer Abteilung vorzunehmen.“ Engpässe bei der Auslastung des St.-Vincenz-Krankenhauses in Datteln seien jedoch nicht zu erwarten. Bei 2040 Geburten im vergangenen Rekord-Jahr sei noch „Luft nach oben“. In Haltern waren es im Vergleich nur 366 Geburten. Die Dattelner Station in Verbindung mit der Neonatologie und pädiatrischen Intensivmedizin der Vestischen Kinder- und Jugendklinik kooperiert mit 17 Beleg-Hebammen.

Die Paracelsus-Klinik in Marl verfügt über „absolut ausreichende Kapazitäten für die Aufnahme werdender Eltern aus Haltern und Umgebung“, erklärt Sprecherin Christina Schlüter. Demnach kommen in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe jährlich gut 500 Babys zur Welt. Krankenhausleiter Norbert Vongehr verweist auf die aktuell entstehende komplett sanierte Ebene für die Frauenklinik einschließlich der Geburtshilfe des Klinikums Vest. Ende August wird die Station mit drei Kreißsälen eröffnet.

Die Geburtshilfe in den Christophorus-Kliniken in Coesfeld verzeichnet seit Jahren einen deutlichen Anstieg, „Die bedauerliche Schließung in Haltern kann dazu beitragen, dass diese Entwicklung weiter anhält“, sagt Geschäftsführer Dr. Mark Lönnies. Die Versorgung der Schwangeren aus der Region Haltern sei in den Christophorus-Kliniken problemlos möglich.

  • Die Hebammen in der Halterner Hebammenpraxis werden ihre Angebote nach wie vor weiter anbieten. „Wir machen ganz normal unsere Kursarbeit weiter“, sagt Claudia Müffler, die neben ihrer Tätigkeit als Leitende Hebamme im Sixtus-Hospital auch in der Hebammenpraxis arbeitet.
  • „Wir haben nicht die Gefahr, dass wir in die freiberufliche Schiene rutschen“, sagt Müffler.
  • Die Hebammenpraxis wird keine selbstständigen Geburten anbieten.
  • Vier der fünf Hebammen in der Halterner Hebammenpraxis arbeiten am Sixtus-Hospital und werden nun dem Konzept entsprechend wahrscheinlich ans St.-Elisabeth-Krankenhaus in Dorsten wechseln, sagt Müffler.

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