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Heilige Wasser im Annapütt

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Haltern Die von Efeu umrankte barocke Sandsteinplastik am Aufgang zum alten Kreuzweg war für die Besucher des Annabergs immer noch zu erkennen. Was darunter war, blieb ihnen Jahre lang verborgen.

Seit einigen Wochen kann man wieder die grottenartige Vertiefung wahrnehmen, die unter dem Namen Annapütt für viele Halterner ein Stück Kindheits- und Heimatgeschichte darstellt. Das aus Borkenberger Sandstein wohl Anfang des letzten Jahrhunderts gefertigte Bauwerk war mehr und mehr mit Efeu überwachsen und in Vergessenheit geraten (wir berichteten).

Am Anfang war es einmal ein offener Pütt (Brunnenschacht). Später wurde unter einer Betonplatte eine Pumpenanlage installiert, die dafür sorgte, dass aus einer unterirdischen Quelle ständig Wasser floss, das die Pilger als "heiliges Wasser" mit nach Hause nahmen.

Römer

Sie ist eine von drei Quellen, die auf dem 60 Meter hoch liegenden Annaberg dank einer undurchlässigen Mergelschicht schon in 1,40 Meter Tiefe Wasser führen. Auf der höchsten Stelle, dem so genannten Tannenkamp, hatten die Römer schon vor 2000 Jahren einen Brunnen gebaut, der später zugeschüttet wurde, weil Tiere hineingefallen waren. Einen anderen haben die Heimatfreunde 1981 hinter der Pilgereinkehrstätte neu ergraben und aufgemauert.

Es war daher für sie Ehrensache, auch dem Annapütt, der dritten Quelle auf dem Annaberg, sein altes Aussehen zurückzugeben. In den letzten Wochen haben die Heimatfreunde die Grotte samt der darüber auf einem Quadersockel thronenden Anna Selbdritt mit Johannes von Efeu befreit. Die schadhaften Treppenstufen wurden erneuert, die von Wurzeln und Unkraut befreiten Beetflächen unterhalb der Skulptur mit Heidekraut und Blumen bepflanzt.

Bei der Reinigung des Brunnens kamen überraschend etwa 60 kleine Münzen zutage, die davon zeugen, dass eine alte Tradition noch heute lebendig ist. Schließlich kommen die kleinen Kinder in Haltern nicht vom Klapperstorch, sondern aus dem Annapütt - wenn man vorher Geld hinein geworfen hat. RM

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