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Karawane mit viel Musik

Sythen Die Karawane kommt von ihrem Tripp aus der Sahara zurück: Heiß ist es gewesen, man hat sich Luft zufächeln und die Stirn wischen müssen. Fröhliche Flötenklänge haben dazu den Takt vorgegeben.

Jetzt klingelt leider schon wieder die Schulglocke, schnell wie der berüchtigte Sandsturm verwandeln sich stolze Wüstensöhne und -töchter in brave Erstklässler, die zurück in den normalen Unterricht eilen. "Ach, die Zeit vergeht immer so schnell", sagt Musikschullehrerin Gabriele Schlawin-Piskurek und fasst damit nicht nur ihre eigenen, sondern offensichtlich auch die Empfindungen ihrer Schützlinge zusammen.

42 Kinder

An der Sythener St. JosefGrundschule ist nach den Sommerferien das Modellprojekt "Jedem Kind ein Instrument" (Jeki) gestartet. 42 Kinder nehmen in zwei Gruppen daran teil.

In der fünften Stunde macht es sich am Freitag die 1 a von Klassenlehrerin Hildegard Große-Kock auf dem vom Förderverein angeschafften Teppich im großen Dachgeschossraum der Schule bequem. Auch die Pädagogin streift ihre Wollsocken über und nimmt wie ihre Kollegin von der Musikschule im Schneidersitz Platz.

Während eine Melodie aus dem tragbaren Radiorekorder erklingt, rückt das erste Kind ganz nah an seine Lehrerin heran. Die neuartige Schulstunde birgt viele Möglichkeiten, auch Zeit zum Kuscheln.

Zuvor hat Gabriele Schlawin-Piskurek den Inhalt des Unterrichts mit der Grundschullehrerin abgesprochen. Die Musikpädagogin arbeitet zurzeit engagiert am Konzept für das Jeki-Projekt in Haltern. Nicht alles, was ihr bei einer Fortbildung in Bochum vermittelt wurde, hält sie für übertragbar. "Manches war mir zu einfach", ist sie davon überzeugt, dass die Halterner Schulverhältnisse eine individuellere Antwort auf Jeki benötigen. Gabriele Schlawin-Piskurek setzt dabei in besonderem Maß auf eine Verbindung von Musik mit Bewegung.

Aufwärmen

Die Kinder in Sythen nehmen diese Kombination begeistert auf. Zum "Aufwärmen" tanzen sie einen Reigen und wählen zuerst ihre Lehrerinnen als Partnerinnen, dann hören sie einzelne Instrumente aus einer Melodie heraus.

Darunter ist an diesem Morgen die Klarinette, die ihnen zwei ältere Musikschülerinnen hautnah vorstellen. Die meisten wissen schon, dass es sich um ein Holzblasinstrument handelt, da mit diesem Material die Töne erzeugt werden.

Bis zu den Osterferien werden die Kinder noch oft in die Wüste gehen oder Abenteuer als Indianer erleben und dabei weitere Instrumente kennen lernen. Dann dürfen sie selbst entscheiden und drei Wünsche für ein Instrument äußern, einer wird in Erfüllung gehen. Silvia Wiethoff

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