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Kein Alibi vom Eisverkäufer

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Haltern Der Prozess gegen einen 36-jährigen Oberhausener, dem vorgeworfen wird, im März vergangenen Jahres bei einer Tempokontrolle in Lippramsdorf einen Polizeibeamten angefahren und sich dann aus dem Staub gemacht zu haben (wir berichteten), kommt nur schleppend voran. Erneut wurde die Hauptverhandlung vor dem Marler Amtsgericht unterbrochen.

Gestern hörte Richter Michael Brechler einen Eisverkäufer aus Gelsenkirchen an, der dem Angeklagten ein Alibi hätte verschaffen können: Der Angeklagte hatte nämlich beim Prozessauftakt angegeben, zur Tatzeit in der Werkstatt einer Gelsenkirchener Tankstelle mit Lackierarbeiten am Eiswagen des 58-Jährigen beschäftigt gewesen zu sein. Dabei habe ihn der Zeuge gesehen. Das wollte der Eisverkäufer allerdings vor Gericht nicht bestätigen.

Zu einem Urteil kam es gestern wieder nicht, weil der Anwalt des Beschuldigten darauf bestand, einen weiteren möglichen Entlastungszeugen vorzuladen - er wolle gegenüber seinem Mandanten "kein Risiko eingehen". Während der Verhandlung griff Richter Brechler persönlich zum Hörer und nahm telefonisch Kontakt mit einem Angestellten der Gelsenkirchener Tankstelle auf, der am Tatabend vermutlich Dienst hatte. Die Verhandlung wird am 6. September fortgesetzt. Dann soll der Tankwart als letzter Zeuge in diesem Prozess aussagen.

Wie sich gestern noch herausstellte, ist das Vorstrafenregister des Angeklagten ellenlang: Der 38-Jährige wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach wegen diverser Verkehrsvergehen, wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und der vorsätzlichen Körperverletzung verurteilt. Christoph Walter

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