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Persönliches Glück wichtiger als die Gesellschaft

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Haltern "Die Jugend ist nicht schlechter. Sie ist anders." Diese These stellte Landesrat Hans Meyer seiner Präsentation der 15. Shell-Studie voran. Auf Einladung des scheidenden Jugendamtsleiters Raymund Zapfe war der Referent am Dienstag nach Haltern gekommen, um die Feierstunde im Rathaus mit einem fachlichen Vortrag abzurunden (wir berichteten).

Mit dem Titel "Eine pragmatische Generation unter Druck" haben die Wissenschaftler die Ergebnisse der repräsentativen Befragung zusammengefasst. Der Kern wird damit gut getroffen, denn Jugendliche in Deutschland haben zunehmend Angst vor Arbeitslosigkeit und Armut und sind dabei mehrheitlich leistungsorientiert. Themen wie Umweltschutz oder globales Miteinander, die nach den 68-ern zunächst das Denken beherrschten, treten in den Hintergrund. Die gesamtgesellschaftliche Zukunft wird eher pessimistisch eingeschätzt, die persönliche dagegen überwiegend positiv. Besonders Kinder der Oberschicht rechnen sich Chancen für ihre individuelle Entwicklung aus. Zu Recht: Denn Bildung und berufliche Chancen werden sozial vererbt. Besonders erfolgreich gehen zurzeit die jungen Frauen die Gestaltung ihres Lebensweges an, von denen 47 % das Gymnasium besuchen, Jungen sind nur mit 40 % vertreten. "Wenn die Mädchen nicht durch die Familie gestoppt werden, werden sich an den gesellschaftlichen Schaltstellen in Zukunft sicher Veränderungen ergeben", prognostizierte Meyer. Er vermutet, dass diese Aussicht dazu beiträgt, dass die männlichen Jugendlichen eher an konservativen Werten festhalten und ihre künftigen Partnerinnen zuhause sehen und nicht im Beruf.

Die wenigsten Jugendlichen gehen davon aus, dass die Politik die drängenden Fragen der Zeit lösen kann. Die Mehrheit spricht den Parteien die Kompetenz für diese Aufgabe ab. Je niedriger der Bildungsstand, desto größer die Politikverdrossenheit. Die Demokratie als Staatsform aber wird von den meisten befürwortet.

Als größtes Problem auch der Jugendhilfe nannte Meyer die rund 70 000 Jugendlichen, die sich in einer bildungsmäßigen Warteschleife befinden. Hier müsse dringend Abhilfe geschaffen werden. Thematisch erfolgte hier eine Anknüpfung zum örtlichen Geschehen, denn in den 26 Jahren seiner Tätigkeit in Haltern lag Jugendamtsleiter Raymund Zapfe stets die präventive Arbeit besonders am Herzen. siwi

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