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Raser rennt davon

Haltern Wer saß am Steuer des VW-Busses, der im März des vergangenen Jahres bei einer Polizeikontrolle in Lippramsdorf flüchtete und dabei einen Beamten anfuhr? Angeklagt ist ein 36-jähriger Oberhausener.

Ein schwieriger Indizienprozess beschäftigt seit gestern das Amtsgericht in Marl. Am 24. März 2006 hatten drei Beamte der Recklinghäuser Polizei um 22.49 Uhr einen weißen VW-Bulli gestoppt. Auf der Dorstener Straße/Einmündung Buschkamp ging er ihnen mit 103 Kilometern pro Stunde bei erlaubten 50 in die Radarfalle. Eine halbe Stunde zuvor war dasselbe Auto an der Kontrolle vorbeigerast. Als sich ein 44-jähriger Polizist dem angehaltenen Wagen näherte, gab der Fahrer plötzlich Gas, erwischte den Beamten mit dem Seitenspiegel am Arm und machte sich aus dem Staub. Der 44-Jährige blieb dabei unverletzt.

Die Polizisten nahmen sofort die Verfolgung auf und fanden den Bulli mit laufendem Motor in einem nahe gelegenen Waldgebiet. Zu Fuß konnte der Täter unerkannt entkommen.

Ob es sich bei der geflüchteten Person tatsächlich um den Angeklagten handelt, ist noch unklar. Es liegen aber folgende Indizien vor: Am Zündschloss des VW-Busses baumelte der Schlüsselbund des Oberhauseners. Fahrzeughalter ist der Vater seiner Verlobten - eine 29-Jährige aus Lippramsdorf. Der 66-jährige Dorstener hatte den Wagen wenige Tage zuvor dem Angeklagten übergeben, damit ihn der gelernte Kfz-Mechaniker zu einem Camping-Bus umbaut.

Fahndung in Tatortnähe

Hinzu kommt, dass ein Polizist bei der Fahndung nach dem Flüchtigen den Angeklagten aus dem Einsatzwagen heraus zu Fuß in Tatortnähe "zweifelsfrei gesehen" haben will. Der junge Beamte kam aber nicht auf die Idee, die Person zu überprüfen.

Von den bislang acht vernommenen Zeugen entlastete vor allem ein 38-jähriger Tankstellenpächter den Verdächtigen. Er bestätigte, dass der 36-Jährige am Abend der Tat bis mindestens 22 Uhr in der Werkstatt einer Tankstelle in Gelsenkirchen an einem Eiswagen geschraubt hat. Trotz Vorladung ist der Eisverkäufer nicht vor Gericht erschienen. Deshalb wird die Verhandlung am 23. August fortgesetzt. Dem Angeklagten, der zum Tatzeitpunkt keine gültige Fahrerlaubnis hatte, drohen zwischen einem und 15 Jahren Haft. wal

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