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Schöne eine Welt nicht so schön?

Haltern Fabrikboss Klon und Produktionsleiter Zoff wollen eine Textilfabrik von Südostasien nach Osteuropa verlagern. Obwohl sie nur Minimallöhne zahlen, sind sie nicht bereit, auf die Forderungen der Belegschaft einzugehen.

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Der Abzug muss heimlich und über Nacht geschehen, wollen sie sich doch die fälligen Abfindungen für die einheimischen Näherinnen sparen. Der Plan geht beinahe auf, doch zwei Frauen stehen im Weg: eine Näherin, die nach ihrer auf dem Fabrikgelände vermissten Schwester sucht, und Klons Gattin Grit, die eigentlich nur mit ihm in Urlaub fahren wollte.

"Schöne eine Welt", das Theaterstück der Berliner Compagnie über die Herkunft unserer Kleidung, basiert auf einem wahren Ereignis: 1993 wurde die indonesische Näherin Marsinah ermordet, weil sie sich für menschlichere Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken einsetzte. "Schöne Eine Welt" spricht ein Thema an, das uns genauso betrifft wie die Arbeiter und Arbeiterinnen in der so genannten Dritten Welt. Auch, wenn wir es nicht glauben mögen: Beinahe jeder deutsche Haushalt hat mindestens ein Produkt zuhause, das von schlecht bezahlten Arbeiterinnen hergestellt wurde. Oder haben Sie noch keine Puma-Schuhe getragen, ein Disney-Spielzeug oder bei Tchibo Kleidung gekauft? Laut "Clean Clothes Campaign" stellen sie bevorzugt im Ausland in Billiglohnländern her.

Das Theaterstück regt zum Nachdenken an. Die Darsteller schauspielern überzeugend und vor allem nachvollziehbar. Sei es Elke Schuster als Etnah, die etwas verstörte Näherin, die ihre Schwester sucht und verhindern will, dass die Fabrik verlegt wird. Oder Monika Bienert als die Verkäuferin Gritt, ehemalige Näherin und nun Gattin des Fabrikdirektors Klon. Hans-Georg Fries mimt den knallharten Unternehmer, der eher auf Profit als auf Menschenrechte achtet. Grit, erschüttert über die Arbeitsbedingungen, schwenkt "auf die andere Seite". Da gibt es noch Klons Stellvertreter, Zoff (Jean-Theo Jost) - sein Name bedeutet Programm. Die Darsteller harmonieren und disharmonieren gleichermaßen wunderbar miteinander. Mark Pillmann

Das Theaterstück in der Aula war ein Projekt der "Eine-Welt-Kreise", von evangelischer, katholischer Kirche, Caritas, Stadtagentur, VHS, Masthoff-Kulturstiftung.

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