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Ausschuss reagiert auf Elternprotest

Spielplatz Mühlenstege bleibt vorerst offen

Haltern Eltern wehren sich gegen die Schließung des Spielplatzes „An der Mühlenstege“ in Haltern. Der Ausschuss Bauen und Verkehr vertagte seine Entscheidung, jetzt sollen Gespräche folgen. Aber die Vorstellungen über die Zukunft des Spielplatzes gehen auseinander.

Spielplatz Mühlenstege bleibt vorerst offen

Der Spielplatz an der Mühlenstege soll auf Wunsch der Familien erhalten bleiben. Foto: Foto: Sanders

Der Ratssaal – eine Kinderstube. Eltern brachten am 6. März ihre Sprösslinge mit, um dem Ausschuss Bauen und Verkehr plakativ zu zeigen: Die Familien geben den Spielplatz An der Mühlenstege nicht widerspruchslos auf. Der Ausschuss Bauen und Verkehr gewährte Aufschub, die Eltern aber sehen die Stadt in der Pflicht.

Gleich zu Beginn der Sitzung nahm Vorsitzender Wolfgang Kaiser (SPD) Schärfe aus dem Tagesordnungspunkt. Er schlug mit Blick auf die fast vollen Zuschauerreihen und einer vorausgegangenen heftigen Debatte in den sozialen Netzwerken vor, erst in Ruhe zu diskutieren und die Entscheidung auf die nächste Sitzung zu vertagen. Gekommen waren allerdings nur Familien von der Mühlenstege. Zur Disposition standen auch die Spielplätze an der Elsa-Brandström-Straße (Haltern-Mitte) und am Hegewinkel (Sythen), die dritte Spielfläche im Wienäckern ist längst Baustelle für einen neuen Kindergarten. Die Auflösung wurde einstimmig beschlossen, Widerstand hatte sich vorab nicht geregt.

„Keineswegs verwaist“


Familien der Wohnsiedlung „An der Mühlenstege“ dagegen setzen sich zur Wehr. Stefanie Sentis hatte vorab beim Bürgermeister um das Wort im Ausschuss gebeten: „Ich will deutlich machen, wie wichtig uns der Erhalt ist.“

Der 580 Quadratmeter große Spielplatz liegt im Schutz eines alten Baumbestandes am Ende einer Sackgasse. Er sei für alle Familien gut zu erreichen und ein idealer Ort für unbeschwertes Spielen und für Begegnungen. „Kinder bemessen die Attraktivität nicht nach Zahlen“, sagte Stefanie Sentis, Mutter von drei kleinen Kindern. Ihnen sei es egal, wie teuer oder wie alt Spielgeräte seien. „Es zählt zum Beispiel, dass sie hier besonders hoch schaukeln können.“ Der Spielplatz sei keineswegs so verwaist, wie die Stadt festgestellt habe, sondern nach Schul- und Kitaschluss sowie am Wochenende stark frequentiert. Stefanie Sentis appellierte an die Politik, zukunftsorientiert zu entscheiden. „Wir setzen uns dafür ein, dass unser Spielplatz von der Streichliste kommt. Die Politik hat mit einer solchen Entscheidung wenig zu verlieren.“

Liste aus dem Jahr 2012


Gerd Becker, Leiter des Baubetriebshofes, erinnerte daran, dass die Liste für die Schließung von 29 Spiel- und acht Bolzplätzen im Laufe von neun Jahren 2012 entwickelt worden sei. „Wir können heute durchaus zu einer anderen Einschätzung kommen“, sagte er. Er betonte aber, dass hinter dieser Maßnahme die Personalkosteneinsparung von rund 140.000 Euro als Anteil zur Haushaltssanierung stecke.

Am Ende entschieden die Ausschussmitglieder, dass der Spielplatz vorläufig erhalten bleibt und Verwaltung, Politik und Eltern gemeinsam nach einer Lösung suchen. Der Ausschuss wüsste den Platz künftig gern in der Verantwortung der Eltern. Das Entgegenkommen nahm Sentis dankbar auf, betonte aber: „Es ist unser Anliegen, dass der Spielplatz weiter in Verantwortung der Stadt betrieben wird.“

Seit 2013 hat die Stadt 21 Spiel- und Bolzplätze sowie einen Schulhof-Spielplatz (wegen Neubau eines Kindergartens) aufgelöst. Im gleichen Zeitraum legte sie in Neubaugebieten sechs neue Spielplätze an. Aktuell kümmert sich der Baubetriebshof um 64 öffentliche Spielplätze, um drei Kindergarten-Spielplätze und zwölf Spielplätze auf Schulhöfen.

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