Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

„Störche sind wie ein Lottogewinn für die Seele“

Halterner Storchenbabys bekommen „Ausweis“-Ringe

Die drei Storchenbabys auf dem Hof Münning in Lavesum wurden am Freitag beringt. Im Kreis Recklinghausen werden die Lebensbedingungen für die Tiere immer besser – aus verschiedenen Gründen.

Lavesum

von Eva-Maria Spiller

, 10.06.2018
„Störche sind wie ein Lottogewinn für die Seele“

Liam, Theo und Johanna in ihrem Horst. © Eva-Maria Spiller

Liam, Theo und Johanna haben von dem ganzen Trubel, der um ihre gefiederten Persönlichkeiten am Freitagabend auf dem Hof Münning gemacht wurde, eigentlich gar nichts mitbekommen. Die knapp sieben Wochen alten Storchenbabys lagen seelenruhig in ihrem meterhohen Horst, als Michael Jöbges von der Arbeitsgemeinschaft Weißstorchschutz den Tieren ihre Ringe anlegt – 8T269 für Liam, 8T270 für Johanna und 8T271 für Theo.

2012 hat Hofbesitzer Heinrich Münning das erste Mal Störche entdeckt, die durch seinen Acker zogen. Das brachte ihn auf die Idee, 2013 einen Horst direkt neben dem Wohnhaus der Familie zu errichten. Einen Monat später ließ sich dort das erste Storchenpaar nieder. Seitdem haben 19 Storchenbabys auf dem Hof das Licht der Welt erblickt.

Beringung wichtig für wissenschaftliche Zwecke

„Störche zu beobachten ist wie ein Lottogewinn für die Seele“, sagt der stolze Storchenpapa. „Ich sehe gerne, wie die älteren Störche den jüngeren das Fliegen beibringen.“ Zahlreiche Freunde und Bekannte waren am Freitagabend auf den Hof gekommen, um sich das Spektakel vom Boden aus anzusehen.

Die Beringung ist wichtig, damit Wissenschaftler Rückschlüsse auf das Ansiedlungsverhalten und die Altersstruktur der Vögel ziehen können, sagt Jöbges. Im Kreis Recklinghausen gebe es laut Nils Ribbrock von der Biologischen Station des Kreises etwa 17 Horste. Allein sieben davon befinden sich auf dem Prickings-Hof in Sythen. 276 Brutpaare gibt es aktuell in NRW. „In den letzten 15 Jahren ist viel für den Weißstorch gemacht worden“, sagt Ribbrock. Etwa durch Nisthilfen wie die von Henrich Münning. Im Kreis seien die Bedingungen wegen des feuchten Lebensraums und des üppigen Futterangebotes sehr gut, sagt Ribbrock.

Das Geschlecht der Störche muss über einen DNA-Test bestimmt werden. Und wenn dann ein Theo sich später doch als eine Johanna entpuppt? „Das ist dann tatsächlich Pech“, sagt Ribbrock und lacht.

Jetzt lesen