Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Autohaus zahlte Eheleuten versprochene 7.500 Euro nicht

Umweltprämie für den Diesel06

Ein Halterner Ehepaar ist stinkesauer. Es sieht sich um seine Umweltprämie von 7.500 Euro für seinen alten Diesel gebracht. Die Prämie wurde nicht gezahlt. Die Eheleute fühlen sich betrogen und erstatteten Strafanzeige wegen Betruges.

Haltern

von Claudia Engel

, 14.04.2018
Autohaus zahlte Eheleuten versprochene 7.500 Euro nicht

Eine Umweltprämie versüßt vielen Neuwagenkäufern die Trennung von ihrem Altfahrzeug. © picture alliance / Carsten Rehde

Das Autohaus Max Moritz hat elf Niederlassungen deutschlandweit. Hauptsitz ist in Bremen. Im Dezember meldete Max Moritz Insolvenz an. Das traf ein Halterner Ehepaar hart. Es hatte nämlich einen guten Gebrauchten im Internet gefunden, in Soest bei Max Moritz gekauft und glaubte im Gegenzug, die Abwrackprämie von 7.500 Euro zu bekommen. „Haben wir aber nicht. Audi hat das Geld an den Händler gezahlt, der es treuhänderisch verwalten sollte. Der Betrag ist aber wohl in die Insolvenzmasse geflossen“, sagte die Halternerin beim Besuch unserer Zeitung am Freitag. Die Eheleute sind darüber empört und erstatteten im April 2018, nach fruchtlosen Gesprächen mit dem Verkäufer und dem Autohandel in Soest, Strafanzeige wegen Betruges, Unterschlagung, Veruntreuung von Geld bei der für Soest zuständigen Staatsanwaltschaft Arnsberg.

Hauptsitz der Firma ist in Bremen

Der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Arnsberg Thomas Poggel bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung am Freitag, dass die Anzeige vorliege. „Da der Hauptsitz des Unternehmens aber in Bremen liegt, haben wir das Verfahren dorthin abgegeben.“ Ihm sei bekannt, dass es weitere Anzeigen gegen einzelne Verkäufer bzw. Beteiligte von Max Moritz in Soest gegeben hat, „weil die Beteiligten nicht auf das Risiko eines drohenden Insolvenzverfahrens hingewiesen haben“, so Poggel.

Empört über Falschangaben

„Widersprüchliche, unterschiedliche und vor allem falsche Aussagen der beteiligten Personen“ sind es auch, die das Halterner Ehepaar anprangert. „Uns wurde von Audi mitgeteilt, dass das Geld für die Abwrackprämie unseres Altautos schon vor der Insovlenz an Max Moritz geflossen ist“, sagte die Halternerin. „Audi hat drei Wochen vor der Insolvenz gezahlt und uns hat man unser Geld vorenthalten.“ Dass der Betrag nun endgültig futsch ist, wollen die beiden Halterner nicht widerstandslos hinnehmen.

Keine Einzelfallvollstreckung

‚Der Arnsberger Oberstaatsanwalt Thomas Poggel sagte in diesem Zusammenhang ganz allgemein, dass eine Einzelfallvollstreckung immer dann nicht mehr möglich sei, „sobald das Insolvenzverfahren eröffnet ist“. Das Geld gehöre dann zur Insolvenzmasse.

Die beiden Halterner machen ihren Fall öffentlich, weil sie weitere Menschen ermuntern möchten, sich mit ihnen auszutauschen, wenn sie ähnliche Erfahrungen bei der Abgabe ihres Altautos bei diesem Händler gemacht haben. Sie haben eine E-Mail eingerichtet, über die sie sich mit den Betroffenen austauschen wollen.

Hier geht es zur Mailadresse der Eheleute