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„Hier ist die Lautstärke immens“

Bürger beschweren sich über Lärm in Sythen

Anstrengend laut finden es Sythener rund um den Drügen Pütt und auf der Sythener Straße. Dafür machen sie hauptsächlich Motorradfahrer verantwortlich. Reicht das für ein Fahrverbot?

Haltern

von Elisabeth Schrief

, 07.06.2018
„Hier ist die Lautstärke immens“

Viele Motorradfahrer nutzen jedes schöne Wetter zu einem Stopp am Drügen Pütt aus. © Kevin Kindel

Der Lärmaktionsplan (Stufe 3) lag einen Monat öffentlich aus. Auffällig ist, dass 17 Einwendungen allein aus Sythen kamen. „Ich wohne im Elterbreischlag, hier ist die Lautstärke immens“, hinter dieser Feststellung setzt ein Einwender drei Ausrufezeichen. Morgens ab 6 Uhr, so schreibt er, donnern die LKW vorbei, am Wochenende verursachten die Motorräder auf dem Weg zu ihrem Treff Drügen Pütt einen riesigen Lärm. Nicht nur ihm, sondern etlichen Sythenern – auch von der Münsterstraße – ist das ein Dorn im Auge.

Tägliche Eindrücke widersprechen Verkehrszählung

Die gerade abgeschlossene Fahrbahndeckensanierung wird zwar dankbar erwähnt, aber sie allein reiche nicht. Der Verkehr habe ganz erheblich zugenommen und beeinträchtige die Wohnsituation. Lösungsvorschläge sind eine Lärmschutzwand, die Installation eines festen Blitzers oder regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen, ein Tempolimit von 30 km/h und sogar ein Fahrverbot für Motorradfahrer an Sonn- und Feiertagen.

Diese täglichen Eindrücke stehen im Widerspruch zu einer Verkehrszählung. Auf der Sythener Straße, die am Baugebiet Elterbreischlag vorbeiführt, wurden 3500 Fahrzeuge pro Tag registriert. Der Lärmaktionsplan betrachtet aber nur Straßen mit 8200 Fahrzeugen pro Tag und mehr. Dennoch will die Stadt die Anregungen an Straßen NRW weitergeben.

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Ein Fahrverbot für Motorradfahrer allerdings ist ausgeschlossen, da sich der Verkehr zulasten anderer Straßen verlagern würde. Eine Lärmschutzwand zwischen Sythener Straße und Elterbreischlag wurde bei den Untersuchungen im Bebaungsplanverfahren für nicht notwendig erachtet.

Heinrich Wiengarten (SPD) fand das im Ausschuss Bauen und Verkehr, wo über den Lärmaktionsplan gesprochen wurde, befremdlich. „Am Freibad und Sportplatz musste zum Schutz der Siedlung aufwendig eine Wand gebaut werden, zur Sythener Straße hin aber nicht. Jetzt haben wir das Problem, dass es im Elterbreischlag zu laut ist.“

„Stadt behält die Situation im Auge“

Baudezernentin Anette Brachthäuser versicherte, die Stadt werde die Situation im Auge behalten und werde Druck auf Straßen NRW bezüglich eines Tempolimits und einer sicheren Fußgänger-Querung ausüben.

Neu aufgenommen in den Lärmaktionsplan wurde der Schüttenwall in der Stadtmitte. Hier wurde ein Lärmpegel bis zu 70 Dezibel gemessen. Zur Entlastung der Anwohner werden im Lärmaktionsplan lärmmindernder Asphalt und das Einbauen von Schallschutzfenstern an einigen Häusern empfohlen. Bracht-häuser: „Grundsätzlich ist diese Straße ein Schwachpunkt für Fußgänger und Radfahrer.“ Die Stadt werde diesen Bereich im Rahmen des neuen Stadtentwicklungskonzeptes besonders betrachten.