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Wohin gehört Katharina?

Hamm-Bossendorf Am Tag des offenen Denkmals am nächsten Sonntag (9.9.) stehen historische Sakralbauten im Mittelpunkt.

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Ein guter Anlass, der Frage nachzugehen, warum es in Hamm-Bossendorf zwei Kirchen mit zwei Friedhöfen gibt. Der Grund dafür liegt weit zurück.

Geteiltes Herzogtum

Im Jahr 1180 wird der Sachsenherzog Heinrich der Löwe gestürzt. Sein Herzogtum wird aufgeteilt und als "ducatus Westfalie et Angarie" verlehnt. Das Land südlich der Lippe, also auch Bossendorf, wird dem Bischof von Köln zugesprochen. Den nördlichen Teil mit Westfalen erhält der Ascanier Bernhard von Anhalt. Da dieser sich aber im Bistum Münster nicht durchsetzen kann, beansprucht der Bischof von Münster, Hermann II. von Katzenelnbogen, auch die weltliche Herzogsgewalt über sein Bistum.

Hermann gelingt es, den Ort Bossendorf, der zu Köln gehört, für sich zu sichern. Seine Begründung: Die Kirche in Bossendorf ist eine Gründung des hl. Liudger, des ersten Bischofs von Münster, und gehört damit folgerichtig zum Bistum Münster.

In Haltern erinnert die Papenbrückstraße an die ehemalige "Pfaffenbrücke", ein Verbindungsweg zwischen St. Sixtus und der Katharinenkapelle in "Bossen", den ein Geistlicher nutzte, um "drüben" die Messe zu lesen. Auch die Flur "Pastors Kamp" lag auf dem Weg des Pastors auf die andere Seite der Lippe.

Eine Pfarre

Der Bischof von Köln stand nun in Hamm-Bossendorf ohne eigene Pfarrkirche da. Um weiter das Vorrecht der Übertragung eines Kirchenamtes an einen Nachfolger ausüben zu können, veranlasste er den Bau einer Kirche in Hamm (plattdeutsch Hämmken), als Tochterkirche von St. Peter in Recklinghausen. Zwischen 1180 und 1200 wurde die heutige Pfarrkirche Heilig Kreuz gebaut. Die Trennung der beiden Pfarren Bossendorf und Hamm bestand bis 1647. Im Jahr 1612 hatte Fürstbischof Ferdinand von Bayern, bereits Bischof von Köln, Lüttich, Hildesheim und Paderborn, die Regierung des Hochstifts Münster übernommen. Er verfügte die Vereinigung der beiden Kirchdörfer zu einer Pfarre, wobei Heilig Kreuz zur Pfarrkirche wurde.

So ist es bis heute geblieben. In Sachen Taufe und Trauung wird die Trennung noch immer gepflegt. Nicht anders bei Beerdigungen. Die Bossendorfer haben ihre letzte Ruhestätte an der Ludgerikapelle, die Bewohner von Hämmken bei Hl. Kreuz. Rudolf Marwitz

Zur Besichtigung frei ist die Katharinenkapelle am Denkmalstag, 9.9., zwischen 11 und 15 Uhr.

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