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Paul Lammers

17-jähriger Heeker spielt hingebungsvoll die Orgel

Heek Paul Lammers liebte das Klavierspiel. Dann setzte er sich zum ersten Mal an eine Orgel – und tauchte in eine neue Welt ein. Die Leidenschaft lässt den 17-Jährigen nun nicht mehr los. Er hat ein großes Ziel.

17-jähriger Heeker spielt hingebungsvoll die Orgel

Das Orgelspiel fasziniert Paul Lammers noch mehr als zuvor bereits das Klavierspielen. Der 17-jährige Nienborger möchte Kirchenmusik studieren und damit sein Hobby zum Beruf machen. Auf dem Bild sitzt er an der Orgel der St.-Brictius-Kirche. Foto: Rupert Joemann

Christa Teltenkötter hebt den Daumen. „Der Einsatz ist top. Schreib dir die Registrierung auf, dann haben wir sie schon für Weihnachten“, ruft die Schöppinger Kirchenmusikerin Paul Lammers bei der letzten Probe für das Orgelspiel in der St.-Brictius-Kirche am zweiten Weihnachtstag zu. Paul Lammers (17) möchte an der Hochschule für Kirchenmusik in Regensburg studieren. Im Februar will er dort die Aufnahmeprüfung ablegen. Derzeit absolviert er ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Landesmusikakademie.

„Eigentlich wollte ich Fotografie studieren“, erzählt er. Doch Fotografen gebe es wie Sand am Meer. Deshalb habe er sich entschlossen, mit dem Studium der Kirchenmusik sein Hobby zum Beruf zu machen.

Früh Musik gemacht

Begonnen mit Musik hat er bereits als Vierjähriger – damals mit der Blockflöte. Seit seinem fünften Lebensjahr spielt Paul Lammers Klavier. „Das hat so einen Spaß gemacht“, erinnert er sich. Man könne viele Sachen auf dem Klavier machen, die Vielseitigkeit habe ihn sofort fasziniert.

Vor drei Jahren ermunterte seine Mutter ihn, das Orgelspielen auszuprobieren. Paul Lammers war begeistert. Durch mehrere Ebenen (Manuale) und die Pedale bietet die Orgel noch viel mehr Möglichkeiten. „Ein Klavier hat immer den gleichen Klang, die Orgel hat dagegen viel mehr Klänge“, sagt der Nienborger.

Bei der Probe trägt er Tanzschuhe mit roten und grünen Schnürsenkeln. „Ich wollte ein bisschen Pep reinbringen“, sagt der Jugendliche. Die flachen Tanzschuhe zieht er ganz bewusst an: wegen der glatten Sohle und dem freien Knöchel. Dann ist er beweglicher und kann die Pedale besser spielen.

Von Anfang an hat ihm das Orgelspiel so viel Freude bereitet, dass er vor zwei Jahren den C-Kurs für nebenberufliche Kirchenmusiker in Münster begonnen hat. Zwei Jahre hat er dort gelernt auch das Singen und die Chorleitung.

Der Kontakt zu Christa Teltenkötter kam vor zwei Jahren über eine Freundin der Familie Lammers zustande. Im August meldete sich Teltenkötter bei dem 17-Jährigen.

Seitdem singt er im Schöppinger Kirchenchor und spielt seit einigen Wochen in der Donnerstagabend-Messe die Orgel. „Ich finde es super, dass ich das hier machen darf“, sagt Paul Lammers. Für ihn ist es eine Ehre, an einem Festtag wie dem zweiten Weihnachtsfeiertag die Orgel spielen zu dürfen. „Das ganze Dorf kriegt es in einer voll besetzten Kirche mit.“ Über Erfahrungen, vor Publikum zu spielen, verfügt der Nienborger schon. Einige Male hat er bereits bei Hochzeiten gespielt.

Üben, üben, üben

Vor dem Auftritt am Wochenende proben Paul Lammers und der Schöppinger Kirchenchor noch einmal. Zunächst reiht sich der 17-Jährige im Chor ein. Christa Teltenkötter dirigiert. Die Sänger proben ohne Orgel-Begleitung. Dann setzt sich Teltenkötter an die Orgel und überlässt dem 17-Jährigen das Dirigieren. Die erfahrene Kirchenmusikerin ist zufrieden, sodass sie mit dem Nienborger die Rollen tauscht.

Beim Sanctus fragt Paul Lammers: „War ich zu langsam?“ Nein, aber der Übergang vom Sanctus zum Benedictus passt nicht ganz. Also noch einmal. Später bekommt er noch einen Sänger, der am zweiten Weihnachtstag nicht dabei sein kann, an die Seite gesetzt, der das Notenblatt umblättert. „Wer macht das am Dienstag?“, fragt Paul Lammers Christa Teltenkötter. „Ein Messdiener“, ruft einer der Sänger flachsend dazwischen. Die anderen lachen.

Die Stimmung ist gut. Und am Ende der Probe streckt Christa Teltenkötter wieder den Daumen nach oben.

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