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300 Heeker räumen die Landschaft auf

24 Kubikmeter Müll gesammelt

Heek Das Umweltbewusstsein mancher Zeitgenossen scheint nicht besonders stark ausgeprägt zu sein. Sonst wäre eine Aktion gar nicht nötig, die am Samstag mehr als 300 Menschen in Heek bewegt hat.

24 Kubikmeter Müll gesammelt

Viel Müll kam am Samstag in Heek bei der Aktion „Dreck weg!“ zusammen, gesammelt von fleißigen Helfern.(4) Piccin Foto: Alex Piccin

Es ist Samstagmorgen, kurz vor 9 Uhr am Heeker Dinkelstadion. Doris Reufer und Margret Terhaar haben bereits alles vorbereitet, um die freiwilligen Helfer der Aktion „Dreck weg!“ mit Material zu versorgen. Seit 2011 findet sie wieder jährlich statt – immer am Wochenende vor dem Hasensonntag.

„Die Vereine haben den Termin fest in ihren Kalender aufgenommen“, so Reufer. Entsprechend groß ist der Andrang am Morgen. Mehr als 300 Personen, aufgeteilt in Zweier-Gruppen bis 25er-Mannschaften, helfen mit, die Gemeinde von weggeworfenem Müll zu befreien. Jugendfußballer des SV Heek, der Schachklub, der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes, die Schützenvereine und viele mehr – alle packen an.

Abfall am Pendlerparkplatz

Die Gemeinde teilt die einzelnen Bezirke ein. Viele Gruppen haben dabei ihre eigenen Zonen. Der Vorstand des Junggesellenschützenvereins (JSV) beispielsweise nimmt sich den Gewerbepark West vor. „In den vergangenen Jahren ist am dortigen Pendlerparkplatz an der A 31 immer sehr viel Abfall zusammengekommen“, sagt Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff.

Die erste Bestandsaufnahme des JSV fällt auf dem Parkplatz allerdings positiv auf. Neben einer Radzierblende füllen den Müllsack übliche Funde wie Kondompackungen oder Windeln, die Menge ist jedoch vergleichsweise gering. „Es ist nicht so schlimm wie in den vergangenen Jahren“, betont JSV-Präsident Markus Janning.

Viele Flaschen im Gebüsch

Diese Aussage sollte sich auf dem Weg durch den Gewerbepark noch relativieren. Große Plastikplatten, Teile der Verkleidung eines Motorrollers, Styropor, gefüllte Mülltüten, aber vor allem Bier-, Wein- und Schnapsflaschen sowie Einwegverpackungen wie Kaffeebecher oder Fastfood-Beutel finden sich in den Gebüschen wieder. „Für uns ist diese Aktion eine Pflichtveranstaltung geworden. Es ist eine Selbstverständlichkeit, mit anzupacken“, so Janning. Mit einem vollen Handwagen und prallen Müllsäcken findet sein Trupp sich gegen Mittag wieder an der Sammelstelle am Dinkelstadion ein, wo das Grillteam Heek die Helfer mit heißen Bratwürsten versorgt.

Dort ist auch die Heeker Jagdgemeinschaft angekommen. Sie war unter anderem in den Wäldern unterwegs. Martin Depenbrock berichtet ebenfalls von vielen gefundenen Flaschen, aber auch von Müllbeuteln, in denen sich Laub befindet.

Trotz Kälte viele dabei

Mittlerweile sind die beiden Container gut gefüllt. Autoreifen, Gartenstühle, Schränke, ein Kickertisch, aber vor allem Glasflaschen und Verpackungsmaterial machen den Großteil der mindestens 24 Kubikmeter aus, die innerhalb von drei Stunden zusammengetragen wurden. „Es ist bemerkenswert, dass die Beteiligung, trotz der Kälte, so hoch gewesen ist“, zieht Doris Reufer eine positive Bilanz. Dabei ist auch eine Mülltüte mit einem Arztrezept gefunden worden, auf dem die Adresse eines vermeintlichen Umweltsünders steht. „Wir werden da aktiv werden“, verspricht sie.

220 Erwachsene und 97 Kinder hatten sich zur Aktion angemeldet. Und sie ist noch nicht vorbei: 80 Schüler werden in dieser Woche mit Müllgreifern und Warnwesten bewaffnet ausrücken, um Heek noch ein Stück weit sauberer zu machen. Erstmals hat sich die Gemeinde übrigens auch der europäischen Initiative „Let’s clean up Europe“ angeschlossen.

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