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Abschlusskonzert der Nienborger Jazzakademie

Combos, Chöre, Big Band und Soundpainting

Nienborg Mit einem Konzert der Teilnehmer und Dozenten ging die Jazzakademie in Nienborg zu Ende. Und dieser Auftritt hatte es tatsächlich in sich.

Combos, Chöre, Big Band und Soundpainting

Dozenten und Teilnehmer der Jazzakademie lieferten ein furioses Abschlusskonzert mit einem bunten Stil-Mix in verschiedensten Zusammensetzungen. Foto: Martin Borck

Beachtlich, was die Teilnehmer an der Jazzakademie innerhalb weniger Tage auf die Beine gestellt haben: Nicht nur, dass sie in kleinen Combos jeweils mehrere Titel einstudierten; die Dozenten formten darüber hinaus aus den Teilnehmern eine kernige Big Band. Die erarbeitete sogar eigene Arrangements. Drei Stunden dauerte das abwechslungsreiche Konzert in der Landesmusikakademie am Samstagabend, bei dem die Ergebnisse der Workshops vorgestellt wurden.

Die unterschiedlichen individuellen Voraussetzungen, die die Teilnehmer mitbrachten, traten bei den Combo-Konzerten zutage: Die ein wenig nervös wirkenden Debütanten bahnten sich über Standards wie den „C Jam Blues“ zaghaft einen Weg in die Improvisation. Die erfahreneren Draufgänger verblüfften mit soliden solistischen Fähigkeiten und einer erstaunlichen Sicherheit beim Phrasieren. Schön, wie sich bei „Eye of the Wind“ (eine Eigenkomposition von Dozent Steffen Schorn) aus dem windigen Intro langsam das Thema herausschälte. Die Musiker erzeugten eine ordentliche Dynamik.

„Timeless“-Klassiker

Noch stärker die Interpretation des John-Abercrombie-Titels „Timeless“, das nach dem zarten Einstieg von Gitarre, Bass und Drums seine volle melodische und harmonische Pracht entfaltete.

Mit Regina Bartel steuerte eine Teilnehmerin eine sonnige, Bossa-beeinflusste Komposition bei, die die „Combo 3“ gemeinsam arrangiert hatte. Ein weiterer Beweis für das hohe Niveau, das die meisten Mitglieder mitbrachten.

Der Jazzchor ließ gesanglich einen flirrenden und sirrenden Nachmittag im sommerlichen New York entstehen. Auch dabei demonstrierten die vorwiegend jungen Sängerinnen und Sänger eine hohe Sicherheit im Timing und einen großen Ideenreichtum beim Improvisieren.

Die Dozenten Florian Weber, Peter Weniger, Frank Haunschild, Ruud Ouwehand und Joost Patoka hauten lustvoll eine Improvisation über eine kleine Melodie von LMA-Mitarbeiter Bernhard van Almsick heraus, in der die musikalische Erfahrung vieler Jahrzehnte kumulierte.

Hörenswerter Abschluss

Zuvor erlebte das Publikum eine Demonstration im Soundpainting – eine Massenimprovisation, die über vereinbarte Zeichen und Gesten ein archaisch wirkendes, im Hier und Jetzt entstehendes Klangerlebnis ermöglicht. Auch das Publikum war schnell in der Lage, beim Soundpainting mitzumachen: Dozent Vincent Lê Quang dirigierte unter vollem Körpereinsatz, schob imaginäre Lautstärkeregler, ließ seine Hände hervorschnellen – und das große Ensemble schnatterte, schluchzte und changierte die spontan entstehenden Klangfarben. Ein erfrischendes Intermezzo.

Den Abschluss des Konzerts gestaltete die Big Band mit fünf Titeln von Hancocks „Dolfin Dance“ über Arturo Sandovals „Funky Cha Cha“ bis zum Ray-Charles-Rausschmeißer „I Can‘t Stop Loving You“. Steffen Schorn und Altmeister Jiggs Whigham entlockten den 17 Musikern einen kompakten Sound, bei dem die Rhythmusgruppe aber etwas zu kurz kam. Dennoch: ein gelungener Schlusspunkt eines hörenswerten Konzerts.

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