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E-Autos bergen neue Gefahren für die Retter

Feuerwehr Heek

Elektroautos bergen im Falle eines Unfalles oder Brandes ganz spezielle Gefahren für die Retter. Darauf bereitet sich Feuerwehr Heek mit einer spezieller Ausbildung vor.

Heek

10.07.2018
E-Autos bergen neue Gefahren für die Retter

Um die Einsatzkräfte des Löschzugs Heek auf den Ernstfall eines Unfalls oder Brandes mit Beteiligung von E-Autos vorzubereiten, gab es im Übungsdienst eine spezielle Schulung. © Feuerwehr Heek

Autos mit alternativen Antrieben wie die sogenannten E-Autos stellen auch die Freiwillige Feuerwehr Heek vor neue Herausforderungen bei der Hilfeleistung und der Brandbekämpfung. Anders als bei den üblichen Verbrennungsmotoren steht im Falle eines Unfalls oder Feuers die Batterie im Mittelpunkt, erklärt Jörg Latussek, Sprecher der Heeker Feuerwehr. Moderne Autos mit ihren extrem stabilen Karosserien und verklebten Scheiben erfordern ohnehin mehr Training und schwereres Gerät als früher. E-Autos sind für die Feuerwehr zudem besonders spannend. „Bei diesen Fahrzeugen reicht es nicht mehr aus, einfach den Schlüssel aus dem Zündschloss zu nehmen“, sagt Jörg Latussek. Es müssen die Hochvolt-Komponenten durch die Einsatzkräfte außer Betrieb genommen werden. Außerdem geht von der Batterie eine erhöhte Brandgefahr aus.

Hohe Spannungen

„Dabei sprechen wir von Spannungen im Bereich von mehreren hundert bis tausend Volt – Letzteres bei reinen Elektrofahrzeugen“, stellte Jörg Latussek fest. Diese Spannungen werden in Form von Kabeln, die durch die Karosserie verlaufen, von der Batterie nach vorne zum Motor geleitet. Und hier liegt die erste Herausforderung, die vor allem den Feuerwehren Sorgen bereitet: Die Lage dieser Kabel ist bei jedem Fahrzeug unterschiedlich gelöst. Die zweite Herausforderung betrifft die Batterie: Ihr technischer Aufbau kann sich in Verbindung mit ausgelaufenem Sprit entzünden. In diesem Fall beginnen die Batterien nach einigen Minuten in den Flammen selbst zu brennen. Das wiederum erzeugt in ihrem Inneren einen Überdruck. Dieser soll in der Regel durch entsprechende Berstventile kontrolliert abgebaut werden. Ein weiteres Brandrisiko kann durch die Konstruktion und Lage der Batterie selbst entstehen – ohne Benzin. Wird das Äußere des Stromspeichers durch ein Metallteil beschädigt, dann kann es dadurch zu einem Kurzschluss kommen – das Resultat wären Flammen.

Schulung am Objekt

„Es kann, muss aber nicht so kommen. Batterien von Elektroautos stellen bei einem Unfall kein größeres Risiko dar, als ein randvoller Tank voll Benzin oder Gas“, stellt Jörg Latussek klar. Um die Feuerwehrmänner und -frauen vom Löschzug Heek genau auf diese Situation vorzubereiten, wurde im Rahmen des Übungsdienstes eine Schulung für die Einsatzkräfte angeboten. Die Schulung bestand aus einem theoretischen und praktischen Teil. Sie wurde von Jens Wissing, Martin Benölken, Carsten Latussek und Alexander Kösters geleitet. Die Firma Boomers aus Ahaus stellte dafür der Feuerwehr Heek einen BMW i3 zur Verfügung. „Mit der richtigen Vorbereitung sind also auch Elektroautos nach einem Crash gefahrlos zu händeln“, ist Jörg Latussek nach der Schulung überzeugt davon, dass der Löschzug Heek nun für den Ernstfall gewappnet ist.