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Urteil des Amtsgerichts Ahaus

E-Mails an die Ex bringen Heeker ins Gefängnis

Heek/Ahaus Ein 41-Jähriger setzte sich mehrere Male über eine Kontaktsperre hinweg.Weil er seine Ex nicht in Ruhe ließ, muss er jetzt ins Gefängnis. Bewährung gibt es nicht für ihn.

E-Mails an die Ex bringen Heeker ins Gefängnis

Die Vorgaben des Familiengerichtes waren eindeutig: Der 41-jährige Heeker durfte seiner Ex-Freundin nicht näher als 20 Meter kommen, sie weder zu Hause noch an ihrer Arbeitsstelle aufsuchen und zu ihr auch keine Verbindung mit Telekommunikationsmitteln aufnehmen. Doch der Mann setzte sich im Sommer 2017 gleich mehrfach darüber hinweg. Dafür musste er sich am Montag im Amtsgericht verantworten. Die Strafe fiel deutlich aus. Als Wiederholungstäter brummte ihm die Richterin eine Freiheitsstrafe von neun Monaten auf – ohne Bewährung.

Die Beziehung des Mannes zu der 35-jährigen Ahauserin war von Höhen und Tiefen geprägt. Zwischendurch trennte sich das Paar – sie machte per Telefon mit ihm Schluss – dann folgte die Versöhnung und er bekam von ihr Geschenke. 2017 kam das endgültige Aus. Der Angeklagte: „Ich habe die Situation nicht verstanden. Wenn man sich trennt, kann man doch miteinander reden.“ Seine Ex sei förmlich untergetaucht. „Das war eine ganz miese Tour.“

Hasserfüllte Nachrichten


Allerdings war die 35-Jährige per E-Mail und Handy weiter erreichbar. Was den Heeker veranlasste, ihr über ein Dutzend hasserfüllte E-Mails zu schreiben. Trotz des zuvor von der Frau erwirkten Kontaktverbotes. Die Richterin zitierte aus einem Stapel ausgedruckter E-Mails. „Die sind nicht gerade höflich formuliert.“ Der Heeker: „Sie hätte mit mir reden sollen. Ich habe einiges mitgemacht.“ Die Richterin entgegnete: „Können Sie sich vorstellen, was die Frau mitgemacht hat?“

Warum er trotz der Verfügung des Gerichts weiter Kontaktversuche unternommen haben, wollte die Richterin wissen. „Weil ich Klarheit wollte“, antwortete der Angeklagte. „Ich war zu ihr lieb, nett und großzügig. Ich fühlte mich unwürdig behandelt.“ Der Heeker schickte seine E-Mails teilweise in Abständen von wenigen Minuten, mal tagsüber, mal nachts. Eine Antwort bekam er nicht.

Nötigung

Noch heftiger verlief die versuchte Kontaktaufnahme zu einer früheren Freundin. 2016 war der Heeker wegen Nötigung in 38 Fällen zu einer zweimonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung und einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt worden. Auch diese Ex-Freundin hatte er trotz einer gerichtlich verhängten Kontaktsperre mit beleidigenden E-Mails bombardiert.

Die Staatsanwältin forderte für den geständigen, aber einschlägig vorbestraften Mann eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten zur Bewährung. Die Richterin urteilte härter: Bewährung gab es für den Heeker nicht mehr, dazu eine Freiheitsstrafe von neun Monaten. Der Angeklagte habe sich über alle gerichtlichen Verfügungen hinweggesetzt. „Was Sie geschickt haben, das waren keine Versöhnungs-E-Mails. Das Maß ist nicht nur voll, es ist übergelaufen.“

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