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Sozialer Wohnungsbau in Heek

Es mangelt an erschwinglichen Wohnungen

Heek Sozialer Wohnungsbau und Möglichkeiten der Förderung waren Themen im Rat. In Heek gibt es nur 52 Wohnungen, für die man einen Wohnberechtigungsschein braucht.

Es mangelt an erschwinglichen Wohnungen

Braucht Heek mehr Sozialwohnungen? Darüber hat der Gemeinderat diskutiert. Foto: picture alliance / Silas Stein/d

Braucht Heek mehr Sozialwohnungen? Eine einfache Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt. Fakt ist: Gerade einmal drei Heeker haben im vergangenen Jahr beim Kreis Borken einen Wohnberechtigungsschein (WBS) beantragt. Doch das bedeutet nicht unbedingt, dass der Bedarf nicht da ist. Vielmehr könnte es auch daran liegen, dass es schlicht wenige Wohnungen in Heek gibt, für den man den WBS braucht. Das hingegen lässt sich ändern, wie Claudia Brune, Fachabteilungsleiterin der Wohnraumförderung für den Kreis Borken, am Mittwochabend auf Einladung der Verwaltung in der Ratssitzung erläuterte. Und die Wege dafür sind vielfältig.

Aktueller Bestand

In Heek gibt es aktuell 52 Mietwohnungen, für die ein WBS nötig ist. Damit liegt Heek kreisweit ganz weit hinten. In Gescher etwa gibt es 221 öffentlich geförderte Mietwohnungen, in Stadtlohn 180. Bei fast einem Drittel der Wohnungen in Heek läuft die Bindung zudem in den nächsten zehn Jahren aus. Ab dann könnten die Wohnungen ganz normal vermietet werden. Die Miete in Sozialwohnungen in Heek liegt allerdings mit fünf Euro pro Quadratmeter auch nur knapp unter den normalen Durchschnittsmieten: Laut einem Wohnungsmarktprofil der NRW-Bank vom vergangenen Jahr liegen die Mieten in Heek im Schnitt bei 5,58 Euro pro Quadratmeter.

Künftiger Bedarf

„Da gibt es für die einzelnen Kommunen in der Regel keine genauen statistischen Zahlen“, musste Claudia Brune die Ratsmitglieder enttäuschen. Stattdessen lohne es, den Wohnungsmarkt aufmerksam zu beobachten. Und der ist in Heek eher nachfrage- statt angebotsgetrieben. Auf den einschlägigen Plattformen im Internet etwa lassen sich die aktuellen Inserate an einer Hand abzählen. Brune betonte zudem: „Nicht jeder, der die entsprechenden Einkommensverhältnisse hat, beantragt auch einen WBS.“ Den gibt es etwa für Alleinstehende bis zu einem Nettoeinkommen von 18.430 Euro jährlich, bei einer Familie mit zwei Kindern bis zum Netto-Einkommen von 33.730 Euro.

Förderungen

Zunächst einmal klingt es wenig attraktiv für Investoren, öffentlich geförderte Mietwohnungen zu bauen. Denn zum einen gibt es die Mietpreisbindung von 20 bis 25 Jahren. In der Zeit darf die Miete in Heek nur bei fünf Euro pro Quadratmeter liegen, lediglich eine Erhöhung von 1,5 Prozent pro Jahr ist möglich. Zudem kann der Vermieter nicht frei zwischen den Bewerbern wählen. Gibt es nur einen Bewerber mit WBS, muss er diesen nehmen.

Subventionen

Auf der anderen Seite gibt es aber Subventionen. So gibt es für Wohnungen mit WBS ein Darlehen von 1450 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zu einem Zinssatz von einem Prozent pro Jahr. Ebenso gibt es einen Tilgungsnachlass von zehn Prozent. Zusatzdarlehen gibt es zudem für kleine Wohnungen, Aufzüge oder Mieteinfamilienhäuser. An Eigenleistung müssen die Investoren allerdings mindestens 20 Prozent der Gesamtkosten erbringen. Brune: „Wer frei finanziert, bekommt diesen Subventionsvorteil nicht.“

Stimmen aus dem Rat

Wie in Heek weiter mit dem Thema Sozialwohnungen umgegangen wird, ist noch offen. Stimmen aus der CDU-Fraktion im Rat etwa gaben zu bedenken, dass der Anreiz für Investoren wohl eher gering sei, sich für den Bau von Sozialwohnungen zu entscheiden. Mario Strehlow (CDU) etwa sprach von einem durchaus hohen „Risiko für den Investor“, zumal er sich seine Mieter am Ende nicht selbst aussuchen könne. „So könnten wir es uns unter Umständen sogar vertun, dass wir überhaupt weitere Mietwohnungen in Heek bekommen“, gab er zu bedenken. Hermann-Josef Schepers (SPD) dagegen kritisierte, man solle nicht direkt die Position der Investoren einnehmen. „Wir sollten die Position der schwächer Gestellten einnehmen“, meinte er. Die Ratsmitglieder entschieden sich dafür, das Thema zunächst in den Fraktionen zu beraten, um es dann in einer kommenden Sitzung erneut zu diskutieren. Demnach wurde kein Beschluss gefasst.

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