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Freie Sicht auf Hohes Haus

Wohnprojekt in Nienborg

Drei Wohngebäude sollen im Burggarten zwischen dem Hohen Haus und der Hauptstraße entstehen. Das Projekt „Wohnalternativen“ ist ambitioniert.

NIENBORG

von Rupert Joemann

, 20.06.2018
Freie Sicht auf Hohes Haus

So sollen die künftigen Wohnobjekte am Hohen Haus auf der Burg aussehen. © Grafik Architekturbüro Mauritz

Es ist ein ehrgeiziges Projekt, das sich Stiftung Burg Hohes Haus und Gemeinde da vorgenommen haben. Im Burggarten zwischen dem Hohen Haus und der Hauptstraßesollen Wohnungen gebaut und gleichzeitig drei Ziele erreicht werden: Einnahmensicherung für die Stiftung zur Finanzierung der Unterhaltskosten des Hohen Hauses, Öffnung der Burg zur Hauptstraße hin und Integration in das Projekt „Wohnalternativen in Heek“.

Unterhaltung kostet viel

„Die Unterhaltung kostet ziemlich viel. Wir müssen vorausdenken, wie kann man die Stiftung stützen für die nächsten Jahrzehnte“, sagte Diederik von Bönninghausen von der Stiftung Hohes Haus beim Vorstellen der Planungen. Er betonte, dass der Stiftung die Öffentlichkeit des Hohen Hauses sehr wichtig sei. Deshalb habe sich die Stiftung dazu entschlossen, im Burggarten Flächen auf Erbbaurecht-Basis abzugeben. Durch das Erbbaurecht soll die dauerhafte Einnahme von Geldern für den Unterhalt des historischen Gebäudes garantiert sein. Wie von Bönninghausen betonte, sei das sinnvoller als einmalig eine größere Summe einzunehmen. Die sei schnell ausgegeben. Außerdem behalte die Stiftung Zugriff auf Baumaßnahmen auf der Fläche, womit gesichert sei, dass nichts geschehe, was dem Erscheinungsbild der Burg schade, so von Bönninghausen.

Die Planungen sehen zwölf bis 15 Wohneinheiten zwischen 60 und 75 Quadratmetern in drei Gebäuden vor. Auf ein viertes Gebäude wurde nach Rücksprache mit dem Amt für Denkmalschutz und Denkmalpflege verzichtet, dafür eines der drei Häuser vergrößert. Durch den Wegfall des vierten Gebäudes soll das Hohe Haus noch besser von der Hauptstraße aus zu sehen sein.

Historische Mauer

Es ist vorgesehen, die nicht historische Mauer an der Straße sowie die Hecke an der Einfahrt zu entfernen. „Dadurch öffnet sich die Burg noch mal“, sagte Sabine Nöldemann vom Bauamt der Gemeinde. Wichtig ist allen Beteiligten, dass die historische Burgmauer stehen bleibt. Durch die Öffnung kann das Hohe Haus von der Ortsdurchfahrt viel besser wahrgenommen werden. Aus Sicht von Sabine Nöldemann ist es nach der Umgestaltung der Plätze am Wilden Bernd und der Mühle sowie dem Ortseingang eine weitere Attraktivitätssteigerung der Nienborger Ortsdurchfahrt.

Freie Sicht auf Hohes Haus

Die Beteiligten vor dem Hohen Haus: (v.l.) Diederik von Bönninghausen (Stiftung), Heeks Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff, Sabine Nöldemann (Bauamt) und Georg Hewing (Volksbank) © Rupert Joemann

Die äußere Form der drei geplanten Gebäude steht schon fest. Davon wollen die Verantwortlichen auch nicht abrücken. Schließlich sollen sich die Häuser in das Umfeld einfügen. Wie die Häuser innen letztlich aussehen, da könnten Investoren oder Einzelpersonen selbstverständlich mitreden, so Georg Hewing von der begleitenden Volksbank Gronau-Ahaus.

Erste Gespräche mit Teilnehmern des Projekts „Wohnalternativen in Heek“ hat es bereits gegeben. Nach Auskunft von Sabine Nöldemann gebe es einen Kern von zehn, 15 Personen, „die sich verändern wollen. Da könnten wir ein Angebot schaffen“. Natürlich dürfen sich auch andere Interessenten melden.

Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff erhofft sich durch das Projekt auch eine stärkere Auslastung der Bettenkapazitäten im Wachtmeisterhaus und in der Keppelborg, attraktive Übernachtungsmöglichkeiten in direkter Nähe. So könnte seiner Ansicht nach auf eigene Gästezimmer in den neuen Häusern verzichtet werden. Die bestehenden Möglichkeiten könnten mit genutzt werden, ohne die finanziellen Belastungen für eigene Räume zu haben, so Weilinghoff.

Burg noch attraktiver

Der Verwaltungschef geht davon aus, dass durch den freien Blick sowohl das Hohe Haus als auch die gesamte Burg attraktiver werden. Bisher, so der Bürgermeister, würden viele Leute an der Burg vorbeifahren, ohne diese überhaupt wahrzunehmen. Zu mehr Attraktivität, auch für die Einheimischen, könnte ein angedachter Weg um das Hohe Haus herum bis zum Amtsgarten des Langen Hauses beitragen. „Dann könnte man um die Burg herum flanieren“, sagte Georg Hewing.

Derzeit existiert eine Veränderungssperre für den gesamten Bereich. Geplant ist, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen. „Mitte 2019 könnten wir schon sehr konkret sein“, hofft Weilinghoff.