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Über 61 Prozent in Sportvereinen

Heeker Sportler ein Fall für das Geschichtsbuch

HEEK/LEGDEN Über 61 Prozent der Heeker sind Mitglied in einem Sportverein. Das hat im Kreis Borken neue Maßstäbe gesetzt. Auch Legden zählt zu den aktivsten Gemeinden.

Heeker Sportler ein Fall für das Geschichtsbuch

Wie sportlich die Heeker sind, zeigte Leopold Helmich (SV Heek, vorn) im vergangenen Jahr beim Schülermehrkampf in Coesfeld. Foto: Sascha Keirat

In die „Top 5“ der Bestenliste im Kreis Borken haben es sowohl die Gemeinde Heek als auch die Gemeinde Legden geschafft: In Sachen Organisationsgrad in den Sportvereinen hat Heek souverän die Spitzenposition mit 61,08 Prozent (Vorjahr: 59,44 Prozent) verteidigt, Legden belegt mit 43,18 Prozent Rang fünf nach Platz drei im Vorjahr (47,16 Prozent). Das geht aus der Jahresstatistik zur Mitgliederentwicklung im gemeinnützigen Vereinssport hervor, die der Landessportbund NRW gemäß den Meldungen der angeschlossenen Vereine ermittelt hat. Der Kreisdurchschnitt lag zum Meldestichtag bei 38,42 Prozent, im Land bei 28,5 Prozent.

Bereits 2016 hatte Arnold Terliesner das Ziel offensiv ausgegeben, die Mitgliedermarke von 5000 und einen Organisationsgrad von über 60 Prozent in der Bevölkerung zu erreichen. Die 5000 konnte der Vorsitzende des Gemeindesportverbands (GSV) Heek schon vor einem Jahr verbuchen, die 60 folgte ein Jahr darauf: „Ziel erreicht“, stellt er zufrieden fest. In seiner Pressemitteilung teilt der Kreissportbund Borken (KSB) mit, dass mit Heek „zum ersten Mal ein kreisansässiger GSV die 60 Prozent-Marke überschritten“ hat. Somit gehörten „die Heeker bestimmt in das Geschichtsbuch der Sportentwicklung im Kreis Borken“. 5186 Heeker sind Mitglied in einem der acht Sportvereine, ein Plus von noch einmal 2,6 Prozent gegenüber dem Stichtag in 2017.

Werner Hüntemann zufrieden

Sein Kollege im GSV Legden/Asbeck, Werner Hüntemann, zeigt sich mit den Zahlen zufrieden, auch wenn die Zahl der Mitglieder gegenüber dem Vorjahr um 7,6 Prozent auf nun 3160 in ebenso acht Sportvereinen zurückgegangen ist – vor allem im Fußball: „Die Rückgänge waren zu erwarten. Wir werden hoffentlich bald ein Kehrtwende gerade im Kinder- und Jugendbereich sehen.“

Aus der aktuellen Bestandserhebung – die Daten zum Stichtag 1. Januar 2018 mussten bis zum 28. Februar durch die dem LSB angeschlossenen Vereine übermittelt werden – geht hervor, dass die Mitgliederentwicklung kreisweit dem allgemeinen Trend gemäß rückläufig ist. Langfristig sei weiterhin mit sinkenden Mitgliedschaften allgemein und insbesondere bei den Kindern und Jugendlichen zu rechnen, teilt der KSB weiter mit. In Sachen Nachwuchsgewinnung sticht Heek positiv hervor: Im Altersbereich 0 bis 14 Jahre gibt es gegen den Trend Zuwächse – ebenso zwischen 27 und 60. Negativ ist die Entwicklung zwischen 15 und 26 Jahren – auch ein weitläufiger Trend, vielfach ausbildungs- und studienbedingt. In Legden ist gerade in diesem Bereich der Rückgang mit rund 17 Prozent auffällig hoch, durchgängig müssen bis zum Alter von 60 Jahren Verluste verzeichnet werden. In Heek beträgt der Anteil der unter 18-Jährigen weiter rund 30,8 Prozent, in Legden ähnlich unverändert 29,7 Prozent. Beide Gemeinden liegen unter dem Landes- (31,8 Prozent) und Kreisdurchschnitt (33).

Verluste im Kinder- und Jugendbereich

Die zu erwarteten moderaten Zuwächse bei den über 60-jährigen werden die Verluste im Kinder- und Jugendbereich leider nicht auffangen können“, erklärt dazu Waldemar Zaleski von der KSB-Geschäftsstelle. Diese Entwicklung vollzieht Legden aktuell nach, im Bereich der über 60-Jährigen hat die Zahl der Mitglieder um zehn Prozent zugenommen. „Da sind unsere Vereine in Sachen Breitensport für Ältere sehr aktiv“, hat Hüntemann eine Erklärung.

Dagegen stagniert in Heek diese Zahl, sie ist aber in Summe noch höher als in Legden. „Wir schaffen Angebote für alle Altersgruppen und müssen uns auch dem stellen, dass die Bevölkerung älter wird“, sieht Terliesner in diesem Bereich noch „viel Potenzial“. In Heek sind 8,5 Prozent der Mitglieder „Ü60er“, in Legden beträgt der Anteil nun 13,3 Prozent. Auch hier liegen beide Gemeinden unter dem Landes- (18 Prozent) und Kreisdurchschnitt (16).

Unsere Analysen zeigen, dass zunehmend Gesundheit, Fitness und Wohlbefinden Motive sind, sich regelmäßig im Sportverein zu betätigen. Das beweist auch der Fakt, dass insbesondere Gesundheits- und Rehasportvereine einen Mitgliederanstieg verzeichnen konnten“, sagt dazu KSB-Präsident Wolfgang Reinert. „Der Sport im Kreis Borken ist nach wie vor eine wichtige gesellschaftliche Größe und verfügt über eine starke Vereinsbasis. Nichtsdestotrotz wird die Rasanz der demografischen Verschiebungen auch bei uns den Vereinssport vor gewaltige Herausforderungen stellen“, fasst der KSB-Präsident Wolfgang Reinert zusammen.

Vereine sollen Trends anbieten

Um weiterhin zukunftsfähig aufgestellt zu sein, sei eine positive Mitgliederentwicklung notwendig. So gelte es auch für die Vereine, Trends im Sport anzubieten, Wettkampf- und Wettspielsysteme der demografischen Entwicklung anzupassen und Vereine beim Aufbau stabiler alters- und sportartengerechter Angebote zu unterstützen.

In Heek und Legden sieht man sich auf einem guten Weg. „Unsere erfreuliche Entwicklung ist in erster Linie das Ergebnis engagierter und innovativer Arbeit in den Vereinen und Vorständen“, sagt Terliesner. Das bestätigt Hüntemann, der vor allem die gute Infrastruktur und die qualifizierten Übungsleiter als Erfolgsfaktoren ausmacht.

Heek: 8 Sportvereine

Mitglieder gesamt: 5186 (Vorjahr: 5055) / plus 2,59 Prozent

Alter: 0-6 Jahre: 295 (271); 7-14: 849 (810); 15-18: 455 (490); 19-26: 706 (723); 27-40: 928 (841); 41-60: 1511 (1478); Ü60: 442 (442)

Anteile: U18: 30,8 Prozent (31) – Ü60: 8,52 (8,7)

Verhältnis männlich/weiblich (Prozent): 58,2/41,8

Legden: 8 Sportvereine

Mitglieder gesamt: 3160 (Vorjahr: 3421) / minus 7,62 Prozent

Alter: 0-6 Jahre: 191 (212); 7-14: 483 (484); 15-18: 266 (317); 19-26: 344 (421); 27-40: 582 (624); 41-60: 874 (983); Ü60: 420 (380)

Anteile: U18: 29,7 Prozent (28,6) – Ü60: 13,29 (11,1)

Verhältnis männlich/weiblich (Prozent): 54,3/45,7

Die meisten Sportler sind im Kreis im Fußball (44.779 / 31,36 Prozent), im Turnen (16.827 / 11,86), im (Rettungs-)Schwimmen (11.096 / 7,82), im Behindertensport (10.183 / 7,17) und im Pferdesport (7.648 / 5,39) aktiv.

Organisationsgrade weiterer Kommunen: 3. Vreden: 44,74 Prozent (10.116 Mitglieder / -17,77 Prozent);
4. Ahaus: 44,36 (17.439 / +1,27); 7. Stadtlohn: 40,32 (8220 / -12,37); 14. Südlohn: 34,30 (3145 / -4,0).

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