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Im "Kielken" geht`s um die Wurst

Heek Wenn die Heeker Metzger so viele luftgetrocknete Mettwürste wie sonst in keinem anderen Monat verkaufen, wenn es schmucklose blaue Arbeitskittel ins Schaufenster des Modegeschäfts schaffen und grob bearbeitete Stöcke plötzlich gefragte Accessoires werden - dann steht das Schlöffken vor der Tür.

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Im "Kielken" geht`s   um die Wurst

<p>Leckere Wegzehrung verkauft Birgit Gausling. </p>

"Wir haben vorgesorgt", stellt Heinz Gausling fest und weist mit einer ausladenden Geste hinter sich: Kringel an Kringel reihen sich in seiner Metzgerei die roten Mettwürste - noch. Denn bis Montagabend werden sich die meisten davon bereits auf die Reise gemacht haben - erst ins Haus des jeweiligen Kunden, wo sie an die Schneese geknotet werden, und von dort weiter quer durchs Dorf - wo immer ihr Träger sie während des kuriosen und weit und breit einzigartigen Fests als Wegzehrung auch mit hinnimmt.

Apropos Schneese: Niemand braucht in den Wald zu gehen, um sich das hölzerne Transportmittel für die Wurst zu besorgen. Es ist am Montag für einen Euro im Eppingschen Hof zu erstehen. Senioren des Heimat- und Schützenvereins haben vorgesorgt - schon vor zwei Jahren: Zig Äste der Zitterespe haben sie entrindet und passend lang geschnitten. Wie lange so etwas dauert? Hermann Sundermann schiebt sich seine Kappe in die Stirn und schmunzelt: "Das hängt ganz davon ab", beginnt er. Wovon? Seine grauhaarigen Kollegen fallen ihm fröhlich lachend ins Wort: "Ob Bier auf dem Tisch steht."

Am Montag würde es also etwas länger dauern, aber dann will ja auch niemand schnitzen. Denn dann wird gefeiert. Die Festtracht lag bei vielen unterm Weihnachtsbaum, weiß Martina Lammers vom Modehaus Fabry. Berufskleidung - und dazu zählt die blaue Arbeitsjacke, genannt "Kielken" - führt das Geschäft eigentlich gar nicht: Aber zum Schlöffken ist alles anders. sy-

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