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Heeker feiern Schlöffkenfest

Mit den Schnesen an den Tresen

HEEK Beim Schlöffkenfest am Sonntag und Montag feierten die Heeker ausgelassen. Der 180 Jahre alte Brauch spricht nicht nur die Älteren an.

Mit den Schnesen an den Tresen

Nach altem Brauch gehört der linke Fuß in die Rinne und der rechte mit Holzschuh auf den Bordstein. Foto: Falko Bastos

Mit einem zweieinhalbfachen „Hurra, Hurra, Hu“ stoßen die Heeker Schützenfrauen an, als der erste Ansturm am Tresen bewältigt ist. Sie trinken die rote Variante des „Münsterländer Tequilas“ – mit Kirschling statt Korn. Die Scheibe Mettwurst gehört natürlich dazu beim Schlöffkenfest auf der Tenne im Eppingschen Hof.

Dort ist die Stimmung schon vormittags ausgelassen. Die Tanzkapelle „Happy-Music“ spielt und Bier und Schnaps fließen. Viele Heeker sind gekommen, um zu klönen und zu feiern oder um in gemütlicher Runde Doppelkopf zu spielen.

„Sowohl am Sonntag als auch am Montagmorgen war das Fest richtig gut besucht“, zeigt sich Ralf Münstermann, Präsident des ausrichtenden Heimat- und Schützenvereins St. Ludgerus, zufrieden. Und auch von „außerhalb“ kommen die Besucher. So ist eine Gruppe vom Heimatverein Nienborg zu Gast und feiert kräftig mit.

Frauen haben Feierabend

Um 17 Uhr haben die Frauen Feierabend. „Dann müssen wir nach Hause gehen“, sagt Mechthild Böckers. Denn dann ziehen die Männer nach altem Brauch von Kneipe zu Kneipe – immer ein Fuß in der Rinne. Den anderen ziert ein Holzschuh, mit dem ordentlich auf dem Bordstein geklappert wird.

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Doch die Kneipenlandschaft in Heek ist kleiner geworden. „Jetzt sind es noch drei, früher waren es mehr als zehn“, erinnert sich Werner Terwolbeck, der seit mehr als 20 Jahren dabei ist.

Er trägt seinen Holzschuh von einem Schuhmacher aus Legden. „Ein echtes Unikat“, sagt er. Einen Schlöffken-Kerl hat er selbst darauf eingraviert. Ein Unikat ist auch Hermann Sundermann, der seit über 50 Jahren zum Schlöffkenfest geht. „Ich gehöre zur alten Garde“, so Sundermann. Seit 17 Jahren verkauft er zum Fest handgeschnitzte Stöcke, die Schnesen, und die Mettwürste, die daran gehängt werden.

Nicht nur für Urgesteine

Doch richtet sich das Fest nicht nur an Heeker Urgesteine. „Für uns ist es auch wichtig, dass junge Leute nachkommen, um diese Tradition weiterzutragen“, betont Münstermann.

Und das scheint auch zu klappen, denn viele junge Leute feiern mit. Natürlich in traditioneller Schlöffken-Kluft, denn die Neulinge werden direkt eingekleidet. „Der Nachwuchs zieht mit“, freut sich Münstermann.

Zum Beispiel Aaron Klein. Für den ist es das erste Schlöffkenfest. Der Heeker wurde von seinen Kumpels mitgenommen. „Eigentlich wollte ich schon im letzten Jahr dabei sein, aber da musste ich zur Schule“, verrät er. Im Berufsleben angekommen, ist er jetzt flexibler. „Diesmal habe ich mir extra Urlaub genommen“. Und vorsorglich für den Dienstag gleich mit. Denn trotz des frühen Beginns – das erste Bier gab es um 9 Uhr – will natürlich keiner schlappmachen. „Da ist Kondition gefragt“, sagt Werner Terwolbeck. Und Kondition, die haben sie in Heek.

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