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Pfähle erzählen Geschichte

Heek Schwarz, nass, hölzern, 25 mal 25 Zentimeter dick und zwei Meter lang: So sieht ein Kapitel aus dem dicken Geschichtsbuch der Gemeinde Heek aus. Wo genau es hingehört - vermutlich irgendwo zwischen Mittelalter und früher Neuzeit - soll jetzt eine wissenschaftliche Altersbestimmung ergeben.

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Der Reihe nach: Bei den Unterhaltungsarbeiten am Oberlauf der Dinkel hatten Mitglieder des Angelsportvereins Nienborg (ASV) nicht nur jede Menge Seerosen gefunden, sondern auch alte Holz-Pfähle. Nach Angaben von Benedikt Heitmannn vom ASV steckten sie etwa in Höhe des Hohen Hauses senkrecht als Gründung im Flussbett.

Auf den ersten Blick wohl gar nichts Besonderes: Die Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde, die die Arbeiten am Dinkelufer begleiten, hatten von dem Fund nicht einmal etwas mitbekommen, wie eine Rückfrage beim Kreis Borken ergab.

Benedikt Heitmann und seinem Vereinskollegen Bernd Hoge war sofort klar, dass es sich um ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten handeln könnte. Hoge sicherte die Fundstücke und setzte sich in Verbindung mit seinem Onkel Josef Wermert, Mitherausgeber des Buches "Heek und Nienborg - eine Geschichte der Gemeinde Heek". Der wiederum knüpfte den Kontakt zur Außenstelle Münster des Amts für Bodendenkmalpflege.

Ein Mitarbeiter hat inzwischen Proben der alten Eichenbalken genommen und weiter geschickt zur Altersbestimmung im Dendrolabor der Uni Köln. "Bevor wir da keine Ergebnisse haben, ist alles Spekulation", erklärte Archäologe Dr. Bernhard Stapel im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Josef Wermert vermutet, dass es sich um Reste eines früheren Ablaufes des Burggrabens mit Schleuse handeln könnte. Dr. Stapel könnte sich auch eine Befestigung einer Schwenkmühle oder Ähnliches vorstellen, "aber da sind wir schon mitten in der Kaffeesatzleserei".

Keine Folgegrabung

Fakt sei aber, dass die Hölzer menschlich bearbeitet wurden, auf ersten Augenschein einige hundert Jahre alt seien und ein schweres Gewicht hätte tragen können. Eine wissenschaftliche Grabung lasse sich aber in keinem Fall verantworten.

Von der Jungsteinzeit über die Bronze- und Eisenzeit bis zur römischen Kaiserzeit: Unter dem Sand der Dinkel haben Archäologen - nicht zuletzt wegen des Autobahnbaus - bereits jede Menge Fundstücke gefunden, die halfen, das Buch der Geschichte zu ergänzen.

Dr. Stapel rechnet daher damit, dass im nächsten Jahr - wenn schon kein ganzes Kapitel - dann doch zumindest eine Fußnote hinzugefügt werden kann. sy-

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