Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Reportage

So sieht der Arbeitsalltag im Winterdienst aus

Heek Jörg Oelpmann und Andre Depenbrock vom Bauhof sind ein eingespieltes Team in Sachen Winterdienst. Dennoch lauern immer wieder Überraschungen.

So sieht der Arbeitsalltag im Winterdienst aus

Ladung abdecken und los kann es gehen. Foto: Martin Mensing

Ein Sonntag im Dezember, 4 Uhr morgens: Bei Jörg Oelpmann klingelt der Wecker, der Schlaf ist beendet, der Arbeitstag beginnt. Der Mitarbeiter des Bauhofs der Gemeinde Heek hat Bereitschaft für den Winterdienst. Kurz darauf geht er nach draußen und schaut auf dem Ahauser Damm am Johannes-Kindergarten in Heek, in seiner Nachbarschaft nach, wie es um die Straßenverhältnisse bestellt ist. „Gefrierende Nässe, glitzernde und spiegelglatte Straßen, das bedeutet Einsatz“, sagt Jörg Oelpmann. Er geht nach Hause, zieht seine Arbeitskleidung an und benachrichtigt seinen Arbeitskollegen Andre Depenbrock, mit dem er zusammen ein Arbeitsteam bildet.

Wenige Minuten später treffen sie sich am Bauhof in Nienborg und bereiten ihren Arbeitseinsatz vor. Andre Depenbrock justiert den Streuer hinter dem Kubota-Traktor. „Bei dem Schnee in der vergangenen Woche brauchten wir mehr Salz, heute bei den ausschließlich glatten Straßen kommen wir mit weniger Salz aus“, sagt er zur manuellen Dosierung der passenden Streumenge. Dann fährt er den Traktor unter den Silo, wo der Scheibenstreuer mit Salz befüllt wird. Der Tank auf dem LKW ist bereits mit knapp fünf Tonnen Streusalz befüllt. „Dieses Salz haben wird schon seit einigen Jahren auf dem Bauhof im Bunker gelagert. Die Menge reicht für heute aus“, sagt Jörg Oelpmann. Er nimmt in dem Scania auf dem Fahrersitz Platz und fährt sein heutiges Arbeitsgerät aus der Halle. Nach dem Probelauf beider Maschinen geht es los.

Verkehrssicherheit auch im Außenbereich

Andre Depenbrock ist mit dem kleineren Gefährt für die Rad- und Fußwege in der Dinkelgemeinde zuständig. Mit dem LKW werden die Straßen an den Schulen, Kindergärten und öffentlichen Einrichtungen gestreut. An Schultagen wird der Winterdienst durch die Firma Wenker aus Epe unterstützt, die auf den Straßen der Bustour im Außenbereich die Verkehrssicherheit gewährleistet. „Wir fahren nach einem festen Streuplan, den wir alle verinnerlicht haben“, sagt Jörg Oelpmann und fährt zunächst die Eper Straße in Richtung Epe zurück.

Im Ortskern geht es über Achter de Stadt, Meteler Straße und Friedhofstraße zur Ochtruper Straße. „Hier auf der Landstraße ist der Landesbetrieb Straßen zuständig“, sagt Jörg Oelpmann und schaltet am Bedienteil im Führerhaus den Streuer aus. Als er auf die Neustraße einbiegt, schaltet er den Streuer wieder ein. „Für Hans Mayer, der damals in Rente ging, habe ich vor etwas mehr als drei Jahren auf dem Bauhof angefangen“, erinnert sich der gelernte Maurer beim Befahren der Windmühlenstraße an seine Anfänge beim Bauhof, wo er als Einstellungsvoraussetzung den LKW-Führerschein haben musste. Wenn nicht im Winterdienst tätig, ist Jörg Oelpmann hauptsächlich für die Unterhaltung der Straßen, für Pflasterarbeiten, im Herbst und Winter für das Laub und für alle Arbeiten zuständig, die im Bereich Asyl anfallen. „Wir haben im Winterdienst alle drei Wochen von Montag bis Montag Bereitschaft mit je zwei Leuten“, sagt Oelpmann. Die weiteren beiden Teams bilden Heinrich Schmalacker und Florian Prämassing sowie Paul Lütke-Vestert und Philipp an Haack.

Bereitschaft je nach Wetterlage

Die Bereitschaft des Winterdienstes wird von Alfred Heying, Leiter des Bauhofs, je nach Wetterlage in der kalten Jahreszeit ausgerufen. Für Jörg Oelpmann und Andre Depenbrock endet die Bereitschaft in dieser Woche wegen der bevorstehenden Feiertage jedoch erst am Mittwoch. Die beiden haben in diesem Jahr an Weihnachten und dem Jahreswechsel frei. Im kommenden Jahr haben sie an Weihnachten Bereitschaft.

Die Scheiben der am Straßenrand abgestellten Autos sind zugefroren. Die Straßen sind in den frühen Morgenstunden menschenleer. Lediglich beim Bäcker an der Wassermühle ist Bewegung, dort wird die Ware angeliefert. Kurz darauf zeigt Jörg Oelpmann sein ganzes Können. Sicher manövriert er das Fahrzeug mit dem überbreiten Schneeschild an der engen Einmündung zur Burg. Vor dem Burgtor muss er drehen, da er mit dem zu hohen LKW nicht hindurch fahren kann. Auf dem Rückweg zur Hauptstraße schaltet er den Streuer wieder aus, da die Straße bereits bei der Hinfahrt gestreut wurde.

Mitunter richtig schwer

„Wenn wir noch Schnee schieben müssen und stehen dann noch Mülltonnen an der Straße, dann wird es richtig schwer“, freut sich der 40-jährige, dass er das Schneeschild an diesem Morgen nicht einsetzen muss. „Bei starkem Schneefall sind die Arbeitskollegen morgens und nachmittags im Einsatz. Das wird heute aller Wahrscheinlichkeit nicht passieren“, sagt Jörg Oelpmann und schaut auf das Armaturenbrett, das minus 0,8 Grad anzeigt.

Nach einer Dreiviertelstunde ist Oelpmann mit dem Winterdienst in Nienborg fertig. Über die Schöppinger Straße fährt er durch das Industriegebiet Bült nach Heek. Nachdem er in Heek die Straßen gemäß Streuplan gestreut hat, geht es ins Industriegebiet Heek-West und in den Dorfkern von Ahle. Zum Schluss sind die Autobahnbrücken am Ossenkamp, Gerd-Wissing-Weg und Bodendenkmal dran. Dann fährt er zurück zum Bauhof und reinigt den LKW. „Nach 4,5 Stunden ist der Arbeitseinsatz beendet, dann hole ich Brötchen und genieße mit meiner Frau das Frühstück“ – Jörg Oelpmann freut sich auf seinen „Feierabend“.

Anzeige
Anzeige