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Zu Besuch bei der „Weißen Krone“:

Sparklub bewahrt Tradition

Heek Der Name verweist darauf, dass es den Mitgliedern um mehr geht als um finanzielle Einlagen in einem nostalgischen Metallkasten. Was wichtiger ist, wird im Gespräch mit den Aktiven schnell deutlich.

Sparklub bewahrt Tradition

Willi Kock (l.) und Clemens Roters bei der letzten Leerung des Kastens im Jahr j2017. Beide sind aktuell de Kassierer vom Sparclub „Weiße Krone 1973“. Foto: Foto: Martin Mensing

Unscheinbar fristet der Sparkasten im Kegelhaus Wissing sein Dasein. 24 nummerierte und beschriftete Geldeinwurfschlitze und die altehrwürdige Überschrift „Spar- und Darlehenskasse“ in dem rechteckigen Blechkasten mit der Hammerschlag-Oberfläche lassen ein jahrelanges geselliges Klubsparen erahnen.

In der Tat ist dieser Sparkasten Grundlage einer bewegten Geschichte von Dorfleben, Pflege westfälischer Tradition und Brauchtum, Geselligkeit, Spaß, Gemütlichkeit, Freundschaft, aber auch Trauer. Davon berichten Willi Kock und Clemens Roters bei der letzten Leerung des Kastens im Jahr 2017. Sie beide sind die Kassierer vom Sparklub „Weiße Krone 1973“.

„Callenbecker Jungs„

„Wir Callenbecker Jungs haben damals nach dem Hochamt im Hinterzimmer der alten Gaststätte Kock unseren Frühschoppen gemacht“, erinnert sich Clemens Roters. „In der alten Gaststätte wurden auch Partnerschaften gegründet“, schmunzelt Willi Kock und schaut zu Clemens Roters herüber, der sich gerne an die Fußball-WM 1974 erinnert, als er dort seine Ehefrau Ingrid kennengelernt hat. Ein Jahr vorher waren sie Mitbegründer ihres Sparklubs.

Zwischen den Feiertagen findet im Vereinslokal traditionell die Generalversammlung statt. Dafür haben die Kassierer in den Tagen vor dem Weihnachtsfest zum letzten Mal den Sparkasten geleert. Willi Kock nimmt jedes Sparfach einzeln aus dem Sparkasten heraus und legt das eingezahlte Geld auf den Tisch, Clemens Roters dokumentiert die Einzahlung in der Kladde. Die Höhe der Einlage jedes Mitgliedes wird aufgezeichnet. Am Ende wird noch einmal nachgezählt. Bei der Generalversammlung vor dem Jahreswechsel werden die überschüssigen Spargelder ausgeschüttet. Dann übergeben Willi Kock und Clemens Roters ihren Posten an zwei neue Kassierer. Die Mitglieder sind verpflichtet, regelmäßig zu sparen, einmal im Monat wird der Sparkasten geleert.

Viele Erinnerungten

„Weiße Krone – das ist die Schaumkrone eines gut gezapften Bieres, in Form einer weißen Krone“, sagt Willi Kock schmunzelnd zu der Namensgebung. „Zu unseren besten Zeiten waren fast alle Sparfächer belegt“, sagt Clemens Roters. Aktuell sind sie 14 Sparer. Fünf Sparklubmitglieder sind bereits verstorben, einige sind verzogen und andere aus dem Club ausgetreten. Die Geschichte der Sparschränke in Deutschland geht auf das erste Drittel des 20. Jahrhunderts zurück. Mit der Schließung zahlreicher Gaststätten ging in Nienborg in den vergangenen Jahren auch die Anzahl der Sparklubs zurück. Die „Weiße Krone“ trotzte dieser Entwicklung und zog mit ihrem Sparkasten weiter.

Neben dem historischen Sparkasten ziert auch eine Forke den Raum in der Gaststätte und zielt auf die Herkunft der überwiegenden Mitglieder ab: die Landwirtschaft. Viele Aktivitäten und Feste, die das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken, prägen neben dem Sparen das Clubleben.

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