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Landwirte wollen ein eigenes Gutachten

HERBERN Über mögliche Auswirkungen beim Kohleabbau beim geplanten Bergwerk Donar ließen sich rund 35 Landwirte von Wilhelm Lenzen, Mitarbeiter für Agrarstruktur von der Landwirtschaftskammer Ruhrgebiet-Unna im Gasthaus Heidekrug informieren. Veranstalter war der Landwirtschaftliche Ortsverband Herbern.

Landwirte wollen ein eigenes Gutachten

35 Landwirte informierten sich über die Pläne zum Bergwerk Unna.

Der Bergbau benötige, so der Referent ca. 17 ha für Schachtanlage, wenn er komme, benötige er ca. 45 ha landwirtschaftliche Fläche. Senkungsschwerpunkte, so der Referent weiter, können auf einer Fläche von ca. 4800 ha auftreten. Im Planungsraum befänden sich 138 Betriebsstätten und landwirtschaftliche Betriebe. 130 Betriebe hätten Fragebögen zur Lage zurückgeschickt. Von den betroffenen Betrieben befinden sich 37 in der Gemeinde Ascheberg, 72 in Drensteinfurt, 19 in Bockum-Hövel und 10 Betriebe in Werne.

84 Haupterwerbsbetriebe liegen in dem gesamten vom Bergbau betroffenen Gebiet, 46 Betriebe werden im Nebenerwerb geführt, der Ackeranteil an der Nutzung betrage 86 Prozent. Zu den Zukunftsaussichten äußerten sich die befragten Betriebe wie folgt: 79 wollen ihren Betrieb im Haupterwerb weiterführen, 32 im Nebenerwerb; 15 wissen noch nicht, was sie machen wollen, 4 wollen den Betrieb aufgeben.

Ausgleichsräume

Damit landwirtschaftliche Belange auch auf der Ebene der Landes- und Regionalplanung Berücksichtigung fänden, will die Landwirtschaftskammer die zu erarbeitenden ökologischen und hydrologischen Gutachten durch eigenständiges landwirtschaftliches Gutachten ergänzen.

Beispielhaft nannte Wilhelm Lenzen das die Landwirtschaft betreffende Ziel aus dem Gebiet-Entwicklungs-Plan Münster: "Agrarbereiche und allgemeiner Freiraum müssen für die landwirtschaftliche Nutzung und als ökologische Ausgleichsräume erhalten und funktionsgerecht entwickelt werden."

Enge Abstimmung

Das Plangebiet, so fasste der Referent zusammen, sei sehr empfindlich gegen Veränderungen der Oberfläche und der Vorflut. Werde tatsächlich Kohle abgebaut, so werde die intakte Kultur- und Agrarlandschaft des Raumes auf verschiedenartige Weise in Mitleidenschaft gezogen. Deshalb müssten Bergbau und die Landwirtschaft eine enge Abstimmung suchen, die Kooperationsvereinbarung mit der Landwirtschaft sei einzuhalten.

Wilhelm Lenzen wie noch darauf hin, dass zur Zeit keine sagen kann, wie und ob es mit dem Bergbau weiter gehe. Wenn die Energiepreise explodieren, könnte das Interesse am Kohleabbau wieder steigen.

Abschließend dankte der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsverband Benedikt Selhorst dem Referenten für die guten Informationen an diesem Abend. Mit diesem Ergebnis könnten die Landwirte leben. Es stecke keine Brisanz mehr in dem Thema.

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