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Friedhof in Ascheberg verunstaltet

Polizei: „Verharmlosen wollen wir das nicht“

Ascheberg Mit einem bizarren Zeichen haben Unbekannte den Ascheberger Friedhof verunstaltet. Die Polizei ermittelt nun wegen Störung der Totenruhe. Friedhofsgärtner Bernd Heitmann hat das Symbol entdeckt. „In meinen 25 Jahren als Friedhofsgärtner habe ich so etwas noch nicht erlebt“, sagt er.

Polizei: „Verharmlosen wollen wir das nicht“

Die Täter formten auf dem Friedhof in Ascheberg aus Kieselsteinen die Zahl „666“. Foto: Polizei

Mit von mehreren Gräbern entwendeten Kerzen formten Unbekannte in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (17. Mai) ein okkultes Zeichen auf dem Friedhof an der Sandstraße: die Zahl „666“ aus Kieselsteinen, umrandet von Kerzenwachs und aufgestellten Kerzen. Und das mitten auf dem Hauptweg des Friedhofes, wie Friedhofsgärtner Bernd Heitmann erklärt. Die dreifache 6 ist in der Bibel die sogenannte „Zahl des Tieres“. Häufig wird die Zahl als Symbol des „Anti-Christen“ oder gar des Teufels verstanden.

Doch was hat das auf dem Ascheberger Friedhof zu suchen? „Gar nichts“, findet Bernd Heitmann. „Ich kann mir nicht erklären, was in den Köpfen der Leute vorgeht, die so etwas machen“, meint der Gärtner. Als er am Mittwochabend den Friedhof verließ, sei alles ganz normal gewesen. Am nächsten Morgen machte er die Entdeckung gegen halb sechs, auf den ersten 30 bis 40 Metern des Weges. Er habe sofort die Polizei verständigt.

Nur ein Jungenstreich oder mehr?

Nachdem die den Fall aufgenommen hatte, habe er schnell aufgeräumt, „weil viele Kinder den Friedhof auf dem Schulweg als Abkürzung nutzen.“ In seinen rund 25 Jahren als Friedhofsgärtner hätte er so etwas noch nicht erlebt, sagt Heitmann: „Es wird zwar mal etwas von Gräbern geklaut, aber nicht in dieser Form.“

Es sei schwierig einzuschätzen, ob es sich dabei nur um einen Jungenstreich handelt oder etwas anderes dahintersteckt – zumal es mitten in der Woche geschah. „Am Wochenende würde man so etwas als Streich eher erwarten“, sagt der Gärtner.

Polizei ermittelt wegen Störung der Totenruhe

Die Polizei ermittelt wegen Störung der Totenruhe. Ein schwerwiegendes Verbrechen läge hier jedoch nicht vor. Da gäbe es durchaus schlimmere Fälle von Grabschändung, meint Björn Korte, Sprecher der Kreispolizei Coesfeld. „Verniedlichen oder verharmlosen wollen wir das aber nicht. So etwas ist absolut nicht in Ordnung, da die Gefühle von Angehörigen verletzt werden können.“

Doch auch für die Beamten sei so etwas neu. Dies sei ein Einzelfall und man hoffe, dass es auch ein Einzelfall bleibt. Je nach Schwere des Verbrechens könne es in solchen Fällen Geld- oder Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren geben. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei in Lüdinghausen zu melden, Tel. (02591) 7930.

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