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Wenn der Platz des Königs leer bleibt

Bürgerschützenverein Ascheberg reagiert nach Tod von Frank Weber

Nach dem Tod ihres Königs Frank Weber stehen die Verantwortlichen des Bürgerschützenvereins Ascheberg noch immer unter Schock. Nun hat der Vorstand beraten, wie er mit der schwierigen Situation umgehen soll. Wie kann man ein Schützenfest ohne König veranstalten? Es ist nicht das erste Mal, das ein Verein vor dieser Frage steht.

Ascheberg

von Andrea Wellerdiek

, 02.06.2018
Wenn der Platz des Königs leer bleibt

Die Verantwortlichen des Bürgerschützenvereins Ascheberg haben sich beraten, wie sie mit dem plötzlichen Tod ihres Schützenkönigs Frank Weber umgehen sollen. © RN-Foto: Louisa Neupert

Vor gut drei Wochen haben sie ihn als neuen König gefeiert, nun trauern die Schützen um Frank Weber, der unerwartet am Montagabend gestorben ist. Während einer Fahrradtour erlitt der 57-Jährige einen Herzinfarkt.

Kommende Veranstaltungen abgesagt

Nach dem plötzlichen Tod ihres Schützenbruders trafen sich die Vorstandsmitglieder um zu beraten, wie sie damit umgehen. Die Besuche bei den befreundeten Vereinen in Davensberg, Herbern und Drensteinfurt haben sie abgesagt.

„Die Vorsitzenden der Vereine waren alle schockiert. Sie hatten alle vollstes Verständnis für die Absage“, sagt Andreas Reckel, Vorsitzender des Bürgerschützenvereins Ascheberg. Auch eine Bootsfahrt, für die sich 200 Mitglieder angemeldet haben, wird um ein Jahr verschoben. Wer dann verhindert sei, bekomme das Geld zurück, so Reckel.

Besuche mit der Königin?

Die für Juli geplanten Besuche auf den Festen der Schützenbruderschaft St. Lambertus Osterbauer und Schützenbruderschaft Berg und Tal sollen aber stattfinden. Und das vielleicht sogar mit Königin Birgit. „Wenn sie es kann, dann möchte sie gern beim offiziellen Teil mitgehen und zum Beispiel die Geschenke übergeben“, sagt Reckel über die Witwe von Frank Weber. Ob es wirklich dazu kommt, muss sich zeigen.

„Sie darf alles machen, was sie möchte. Wir werden sie zu nichts bewegen, was sie nicht möchte“, so Reckel. Auch bei der Baumpflanzaktion, die im Frühjahr steigt, könne sich Birgit Weber vorstellen, dabei zu sein. Dabei pflanzen die Schützen traditionell einen Baum für ihren Majestäten.

Noch viele Fragezeichen für das Schützenfest 2019

Konkrete Pläne für das kommende Schützenfest im Mai 2019 hingegen haben die Verantwortlichen noch nicht. Die Mitglieder holen in der Regel am ersten Festtag ihr amtierendes Königspaar ab, um von dort aus zum Festzelt zu marschieren. Wie der Umzug ohne König aussehen könnte, ist noch nicht geklärt.

„Vielleicht holen wir unsere Königin Birgit Weber von zu Hause ab. Vielleicht gehen wir auch zum Friedhof. Das wissen wir noch nicht“, sagt Reckel. Klar ist, dass die Verantwortlichen die Angehörigen sowie den Hofstaat mit in die Planungen einbinden werden. Ein Schützenfest ohne König – es wird in jedem Fall ein ganz spezielles.

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Erinnerung an Unglück im Sauerland

Situationen wie die in Ascheberg sind äußerst selten. In Erinnerung bleibt das tragische Unglück im sauerländischen Marsberg. Dort wurde im Sommer 2015 der gerade gekürte neue Schützenkönig bei der Festeröffnung durch einen Kanonenschuss tödlich verletzt. „Wir haben das Schützenfest komplett abgesagt. Da gab es keine Alternative“, erzählt Michael Martin, Oberst der Schützenbruderschaft St. Magnus Niedermarsberg.

Besuche bei anderen Vereinen sagte die Brüderschaft teilweise ab, so Martin. Eine Ausnahmesituation war das eigene Schützenfest im Folgejahr. „Die Stimmung war natürlich betrübt. In Gedanken waren wir alle bei unserem König“, erzählt Martin.

Jubilare stehen im Vordergrund

Der Verein verlegte das Antreten in die Stadt, um von dort zur Schützenhalle zu marschieren. Eigentlich holen die Schützen ihren König von zu Hause ab. In der Halle gab es auch Änderungen. „Der Platz des Königs war leer. Wir haben die Sitzordnung geändert und unsere Jubilare in den Vordergrund gestellt“, sagt Michael Martin.

Erst 2017 hat der Verein wieder einen König ausgeschossen. „Es war eine schwere Zeit für den Verein“, sagt Martin. Eine Zeit, die nun auf die Ascheberger zukommt.