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Doch kein Ikea in Bottrop

Möbelkonzern Ikea erteilt Stadt Bottrop unerwartet eine Absage

Bottrop Der Schwedische Möbelriese wird sich nun doch nicht im Gewerbegebiet „Kraneburger Feld“ ansiedeln. Gründe sind unter anderem eine neue Standortplanung sowie derAusbau des Online-Handels. Die Stadt zeigt sich enttäuscht über die Absage und sucht Alternativen.

Möbelkonzern Ikea erteilt Stadt Bottrop unerwartet eine Absage

Ikea möchte sich künftig vermehrt in Innenstädten ansiedeln, damit auch ohne Auto eingekauft werden kann. Foto: picture alliance / Daniel Reinha

Schlechte Nachrichten für alle Schnappchenjäger und Einrichtungsfreunde: Der Möbelkonzern Ikea hat nach intensiven Abwägungen die Entscheidung getroffen, das geplante Einrichtungshaus in Bottrop nicht zu bauen, nachdem die Planungsphase nun bereits seit knapp drei Jahren läuft. Als Gründe nannte Ikea unter anderem eine Neuausrichtung in der Standortpolitik sowie den geplanten Autobahnbau.

Neue Formate entwickeln

„Wir erleben in Deutschland den Trend zur Urbanisierung und der Konzentration auf Ballungszentren. Immer mehr Menschen verzichten auf ein eigenes Fahrzeug. Deshalb wollen wir neue Formate entwickeln, um insbesondere auch ein autofreies Einkaufen möglich zu machen“, sagt Johannes Ferber, Expansionschef bei Immobilien & Expansion Ikea Deutschland.

„Wir werden uns bei unseren künftigen Neuansiedlungen in Deutschland deshalb insbesondere auf individuelle Konzepte in zentralen Lagen innerhalb der Metropolregionen und Innenstädte konzentrieren. Vor dem Hintergrund des deutlich zunehmenden Anteils des Online-Handels wollen wir außerdem noch stärker in die dafür benötigte Infrastruktur investieren, etwa durch den Ausbau von Verteilzentren zur direkten Kundenbelieferung.“

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Neben dem deutlich gestiegenen Online-Umsatz bei Ikea seien die dezentrale Lage abseits des Stadtzentrums und externe Faktoren wie der geplante Autobahnbau die wesentlichen Gründe für die Absage. Die strategische Neuausrichtung betreffe nicht nur das projektierte Möbelhaus in Bottrop, sondern auch weitere Standorte in ganz Deutschland, hieß es aus der Unternehmenszentrale. Ikea betonte aber auch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Bottrop und mit allen an dem Großprojekt beteiligten Akteuren.

Bottrops Oberbürgermeister Tischler zeigte sich enttäuscht, dass die bereits weit fortgeschrittenen Planungen völlig unerwartet von Ikea beendet werden. Auch Tischler betont, dass es bis zuletzt eine außerordentlich kooperative Zusammenarbeit gegeben habe. Er kündigt an, dass Vertreter von Ikea im Planungsausschuss am Donnerstag (12. April) die Hintergründe für die jetzt erfolgte Absage erläutern werden.

Suche nach Alternativen

Für die Bottroper Gewerbefläche am Kraneburger Feld sieht Tischler unverändert gute Möglichkeiten, den Standort relativ kurzfristig für gewerbliche Nutzungen zu entwickeln. Die Lage sei hervorragend, wesentliche Fragen zur Flächenentwicklung seien aufgrund der bisher gemeinsam mit Ikea vorangetriebenen Planungen bereits geklärt und die verkehrliche Erschließung stelle für rein gewerbliche Ansiedlungen keine vergleichbar große Hürde dar, wie für ein Möbelhaus, so Tischler.

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