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Widersprüchliche Bilanz bei Wildunfällen in Kirchhellen

Reflektoren am Straßenrand sollen Tiere schützen

Kirchhellen. Seit einem Jahr sollen blaue Reflektoren das Wild davon abhalten, nachts die Straßen zu überqueren. Die Jagdreviere berichten Positives, die offiziellen zahlen sehen jedoch anders aus.

Reflektoren am Straßenrand sollen Tiere schützen

Einige der angebrachten Reflektoren, hier an der Dinslakener Straße, sind bereits stark verschmutzt und verlieren daher ihre Wirkung. Foto Kaminski

Vor knapp einem Jahr sind auf den Straßen rund um Kirchhellen blaue Reflektoren an den Leitpfosten angebracht worden, die das heimische Wild davon abhalten sollen, nachts die Straßen zu überqueren. Das soll auf einer Strecke von rund 50 Kilometern, davon 40 in Kirchhellen und 10 im Bottroper Norden, Auto- und Motorradunfälle vermeiden. Durch einen unten angebrachten Kegel wird das Licht der Scheinwerfer nicht nur in den Wald, sondern auch in den Straßengraben reflektiert.

Insgesamt wurden 1000 Reflektoren installiert. Direkt in Kirchhellen haben sich flächendeckend acht Jagdreviere an der Aktion beteiligt, die von der Kreisjägerschaft Bottrop, von Straßen-NRW, Polizei und Straßenverkehrsamt umgesetzt wurde. „Aus den Jagdrevieren höre ich fast ausschließlich Positives. In manchen sind die Unfälle bei Nacht um rund 30 Prozent gesunken, in anderen sogar um fast 100 Prozent, sodass es dort nachts nahezu keine Unfälle mehr gibt“, erklärt Peter Kleimann, Öffentlichkeitsbeauftragter und zweiter Vorsitzender der Kreisjägerschaft Bottrop. Lediglich auf der Dinslakener Straße und dem Alten Postweg könne man keinen Rückgang verzeichnen. „Das Problem ist, dass dort viel Schwarzwild unterwegs ist, was nicht so sehr auf optische Reize reagiert.“

Viel Schmutz angesetzt

Zudem seien insbesondere auf diesen Straßen häufig Lastwagen unterwegs, weshalb die Reflektoren viel Staub und Schmutz ansetzen und daher ihre Wirkung verlieren. Außerdem müssten dort mehr defekte Leitpfosten getauscht werden, „und die neuen haben dann keine Reflektoren“, so Kleimann.

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Obwohl er eine positive Entwicklung feststellt, kommen aus dem Polizeipräsidium Recklinghausen widersprüchliche Äußerungen: Während es 2016 im gesamten Bottroper Gebiet 53 Wildunfälle gab, lag die Zahl für 2017 bei 68. Im ersten Quartal 2018 konnten bisher 13 Unfälle verzeichnet werden, davon einer in der Mittagszeit und zwölf in der Dämmerung oder bei Nacht. Zum Vergleich: In den zehn Städten des Kreises Recklinghausen und in Bottrop gab es 2017 insgesamt 639 Wildunfälle.

Eine genaue Unterscheidung zwischen den verschiedenen Gebieten, der Wildart oder der genauen Uhrzeit könne das Polizeipräsidium jedoch nicht liefern. „Es ist normal, dass die Zahlen von Jahr zu Jahr schwanken. Möglicherweise hätte es ohne die Reflektoren rund um Bottrop und Kirchhellen noch deutlich mehr Unfälle gegeben“, erklärt Pressesprecherin Ramona Hörst.

Kleimann ist überzeugt, dass die Kirchhellener Reviere von den Reflektoren profitieren: „Ich habe das Gefühl, dass die Anzahl der Unfälle hier deutlich weniger geworden ist. Wir werden in den nächsten Jahren aber weitere Daten und Erfahrungswerte sammeln.“ Er bittet die Auto- und Motorradfahrer zudem um mehr Vorsicht und Aufmerksamkeit: „Die Abschnitte mit Reflektoren sind allesamt Unfallschwerpunkte mit viel Wildwechsel. Wenn die Fahrer die Reflektoren sehen, sollten sie gewarnt sein und vorsichtiger fahren, da hier eine besondere Gefahr besteht.“

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