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Wo sollen wir denn hin?

KIRCHHELLEN "Ich stand im Flur und plötzlich gingen die Fliesen mit mir hoch", erinnerte sich Agnes Hermes. Der Grund: Bergschäden!

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Der neue Anbau vom Rudolf Fenhoff weist bereits neue Risse im Gemäuer auf. Dziabel

Plötzlich kamen die Fliesen hoch. privat

Der neue Anbau vom Rudolf Fenhoff weist bereits neue Risse im Gemäuer auf.

Sie wohnt gemeinsam mit ihrem Mann Norbert seit 1974 im Wiesenthal. Ihr Haus liegt ebenso wie das von Nachbar Rudolf Fenhoff über einer Abbaugebiet des Bergbaus. Wenn man die Wohnung betritt, sollte man schnell sein und die Türen festhalten, denn diese schwingen schnell auf.

Magnete an den Schubladen

"Unser Haus hat in der Zwischenzeit einen Höhenunterschied von 17,5 Zentimetern", erklärte Norbert Hermes. Deshalb haben sie ihre Standuhr im Wohnzimmer auf einen Sockel gestellt und zusätzlich festgebunden. Die Küchentüren und Schubladen sind mit Magneten befestigt.

Immer wieder fallen neue bergbaubedingte Reparaturen an, die von der DSK zwar meist anstandslos bezahlt werden, aber das 70-jährige Ehepaar dennoch viel Zeit und Nerven kosten. "Aber uns geht es im Vergleich zu unserem Nachbar noch gut", meinten die beiden.

Rudolf Fenhoffs Haus wurde 1952 gebaut und steht auf einer Bruchkante. Das heißt, dass eine Seite nach rechts, die andere Seite nach links abfällt. Sein neuer Anbau weist trotz doppelter Bergschadenssicherung wieder Risse auf. Doch damit nicht genug. "Der Abbau hat den Nitratgehalt im Bohrbrunnen steigen lassen", erklärte Fenhoff. Die Nachbarn haben Angst um das Grundwasser. "Es hat einen viel zu hohen Eisengehalt. Wenn ich wasche hat die Baumwollwäsche Rostflecken", so Agnes Hermes.

Machtlos

Hermes und Fenhoff fühlen sich machtlos gegenüber dem Abbau. "Wir wissen nicht, was noch gemacht wird. Man sagt uns ja eh nicht die volle Wahrheit." Umziehen kommt für die beiden Familien jedoch nicht in Frage. "Wir sind hier groß geworden und unsere Kinder genauso. Wo sollten wir denn hin?" Auch Familie Heintze hat ihre Erfahrungen mit den Bergschäden gemacht. Sie bauten 1995 ihr Haus "Am Schleitkamp". Bis April 2007 betrugen die Kosten für Reparaturen an ihren Neubau bereits 400 000 Euro. Darunter Wandrisse, Feuchtigkeitsschäden, Erdarbeiten und Türensicherungen. "Ein Gutachter hat uns gesagt, dass die noch zu regulierenden Schäden sich auf 1,1 Millionen Euro belaufen", erklärte Jochen Heintze. "Wir haben kaum eine Woche ohne Handwerker." Die Familie Heintze klagt jetzt wegen wirtschaftlichen Totalschadens. 

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Der neue Anbau vom Rudolf Fenhoff weist bereits neue Risse im Gemäuer auf. Dziabel

Plötzlich kamen die Fliesen hoch. privat

Der neue Anbau vom Rudolf Fenhoff weist bereits neue Risse im Gemäuer auf.

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