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Gemeinde Legden kauft gelbe Telefonzelle

Altes Telefonhäuschen in Asbeck wird Denkmal

Legden Die Sorge, dass das postgelbe Telefonhäuschen an der Kirche in Asbeck von der Telekom komplett abgebaut wird, ist verflogen. Der Gemeinde Legden ist es jetzt gelungen, das Objekt zu erwerben. Der Kaufpreis ist ein symbolischer.

Altes Telefonhäuschen in Asbeck wird Denkmal

Telefoniert werden kann hier nicht mehr. Doch die Telefonzelle bleibt. Gehring Foto: Markus Gehring

Bürgermeister Friedhelm Kleweken setzte im Rathaus seinen Namen unter den Kaufvertrag. Jetzt muss die Gemeinde nur noch 1 Euro an die Telekom überweisen – dann ist der Kauf des Telefonhäuschens in Asbeck perfekt. „Zuzüglich Umsatzsteuer“, sagt Friedhelm Klewkeen und lacht: „Das muss ich unseren Kämmerer mal ausrechnen lassen.“

Telefonzelle in Asbeck soll Denkmal werden

Technikdenkmal im Schatten der Stiftskirche

Legden Was ist das denn?“, werden in der Zukunft vielleicht Kinder fragen, die an dem gelben Häuschen neben der Stiftskirche vorbeikommen. Das Wissen, wie wir früher telefoniert haben, soll nicht verloren gehen.mehr...

Die Gespräche mit der Telekom waren überraschend einfach, so berichtet er am Montag. Mit dem Kauf steht dem Plan nichts mehr im Wege, das Fernsprechhäuschen in die Denkmalliste aufzunehmen. Das hatte zuletzt auch der Rat in seiner Sitzung Ende Februar befürwortet. Nur einen Wunsch hat Friedhelm Kleweken noch an die Telekom: Perfekt wäre es, wenn noch ein bereits abgebauter Fernsprecher wieder installiert würde. Erst einmal wird die Telekom allerdings noch vorhandene Anschlüsse entfernen. Denn telefonieren wird man nicht mehr können.

Bei der Telefonzelle handelt es sich um eines der letzten Exemplare des Modells FE 78 SH aus den 1980er-Jahren. Es wurde für einen Designwettbewerb speziell für historische Stadtumgebungen entworfen. Seit den späten 1980er-Jahren steht die Telefonzelle mit dem ungewöhnlichen spitzen Dach an ihrem Platz. Damals wurde das historische Pflaster in Brücken- und Stiftsstraße saniert und für das Fernsprechhäuschen eigens eine Nische in der Nähe der Stiftskirche angelegt.

Asbecker Heimatverein übernimmt Pflege

Mit der Pflege soll der Asbecker Heimatverein betraut werden. Er wird die Telefonzelle in seine neue Skulpturenroute „Skulp-Tour-A“ aufnehmen, die in diesem Jahr eröffnet wird. Es ist neben der alten Zapfsäule das zweite technische Denkmal. Die Telefonzelle selbst wird verschlossen, um sie vor Vandalismus zu schützen. Bei Führungen aber wird man noch einmal in der Telefonzelle stehen können, die es heute fast nicht mehr gibt. Das Wissen, wie wir früher telefoniert haben, wird dort nicht verloren gehen.

Auch die LWL-Denkmalpflege in Münster hatte im Vorfeld bereits die Denkmalwürdigkeit des Fernsprechhäuschens bestätigt. „Die Situation in Asbeck ist in Westfalen und darüber hinaus nach Kenntnis der bundesdeutschen Landesdenkmalämter singulär“, heißt es in einer Stellungnahme.

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