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Älteste Legdenerin feiert am Dienstag Geburtstag

Anna Stender wird 100 Jahre alt

ASBECK Deutschland hatte noch einen Kaiser. Asbeck gehörte noch lange nicht zu Legden und Familie Böwing bekam Nachwuchs. Am 27. März 1918 kam Anna Stender zur Welt. 100 Jahre später feiert sie einen besonderen Geburtstag.

Anna Stender wird 100 Jahre alt

Auf viele Erinnerungen aus ihrem Leben blickt Anna Stender zurück. Sie feiert am Dienstag ihren 100. Geburtstag. Foto: Ronny von Wangenheim

Mit 100 Jahren ist Anna Stender, geborene Böwing, die älteste Legdenerin. In Asbeck, wo sie die allermeisten Jahre ihres Lebens verbracht hat, kennt man sie als Oma Kröger.

Hat sie ein Geheimrezept für ein so langes Leben? Anna Stender schüttelt den Kopf, denkt kurz nach. „Arbeit macht das Leben süß“, sagt sie auf Platt und lächelt. Gearbeitet hat sie viel in ihrem Leben. Anna Stender blättert im Fotoalbum – eine Brille braucht sie dafür nicht.

Viele Bilder zeigen sie im Kittel, in der Küche, im Garten. Der Haushalt – das war ihre Arbeit. Bis vor wenigen Jahren noch hat sie im Haus von Tochter und Schwiegersohn geputzt und gekocht. Gerne mit Zutaten aus dem Garten. Und auch heute noch, so erzählt es Claudia Kröger, Frau des Enkels Rainer, nimmt sie den Putzlappen in die Hand.

Zurück zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Anna Stender wächst als eines von elf Geschwistern in Asbeck auf, geht hier zur Schule. Einen Beruf erlernen, das war damals für die Töchter nicht vorgesehen. Die junge Anna geht nach Essen-Steele, wo eine Schwester bereits in einem Haushalt arbeitet und Heimweh hat. „Eine von uns sollte dann auch nach Steele“, erinnert sich Anna Stender. Sie kommt auf einen großen Bauernhof, ist dort für den Haushalt zuständig.

Hochzeit mit 21 Jahren

In Steele lernt sie ihren Mann kennen. Mit 21 Jahren heiratet sie Anton Stender, der bei der Post arbeitet. Zwei Töchter werden geboren, 1940 Anneliese und 1941 Ulla. Der Zweite Weltkrieg zerstört das junge Familienglück. Anna Stenders Mann wird Soldat und in Russland eingesetzt. Er gehört zu den vielen Männern, die nicht aus Stalingrad zurückkehren und als vermisst gelten. „Wir haben immer damit gerechnet, dass er zurückkommt“, sagt die Jubilarin.

Doch Anton Stender kommt nicht wieder und sie zieht mit ihren Töchtern für einige Jahre zu Verwandten nach Heek. Dann geht es zurück nach Asbeck. Zuerst kommt sie bei einer Familie im Dorf unter, dann führt sie für einen alleinstehenden Mann den Haushalt. „Ein schwieriger Geselle“, erinnert sie sich. Nach dessen Tod bleibt das Haus am Frettholt Heimat für sie und ihre Familie. Ein Mehrgenerationenhaushalt, der funktioniert. Und Anna Stender hält den Haushalt im Schuss. „Gartenarbeit habe ich sehr gerne gemacht“, erzählt sie und schaut auf ein Bild, das irgendwann Ende der 1950er-Jahre entstanden sein muss. Da steht sie, na klar im Kittel, mitten im Garten und pflückt Erdbeeren. Immer aktiv, das hat sie jung gehalten. Und das Leben mit Kindern und Enkeln auch. „Wenn ich mal 100 werde“, den Satz haben ihre Verwandten öfter gehört. „Sie war immer mittendrin“, erzählt Claudia Kröger.

Feier bei Enseling

Noch ein Blick ins Fotoalbum: Familienfeste, Geburtstage, Hochzeiten... Zwei Töchter, fünf Enkelkinder, sechs Urenkel und ihre Familien, sie alle waren und sind der Jubilarin wichtig. Viele von ihnen sind dabei, wenn am Dienstag, 27. März, der 100. Geburtstag im Hotel Enseling gefeiert wird.

Dann werden Erinnerungen wach. Und vielleicht hat die Familie auch die Fotos mitgebracht. Eines zeigt eine junge, hübsche Frau. Anna Stender schaut auf das Bild aus vergangenen Tagen und lächelt: „Eine Brosche und eine Kette gleichzeitig, das war doch übertrieben damals.“

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